Die Antike des Mittelmeeres

Eine zunehmende Bevölkerungsdichte, vermehrte Staatenbildung und verstärkt einsetzender Handel prägten den östlichen Mittelmeerraum während der späten Bronzezeit.

Um die Handelsverbindungen ausreichend zu sichern und der immensen Bevölkerungsdichte entgegen zu wirken, setzen die ersten Kolonisationsbestrebungen ein. Die Phönizier begannen circa 1000 v. Chr. sich von der Ostküste bis nach Spanien und Nordafrika auszudehnen.

Das Handels- und Seefahrervolk erbaute in den ersten Kolonien Stützpunkt und Siedlungen. Im Norden beheimatete Indogermanische Volksstämme wanderten etwa zur selben Zeit bis nach Grichenland und gründeten in ihren neuen Siedlungsgebieten erste Stadtstaaten.

Um 800 v. Chr. trat das Antike Griechenland als Kolonisations- und Handelsmacht in Erscheinung und konkurrierte mit den Phöniziern. Bis zur Halbinsel Krim und zur Rhône entstanden griechische Siedlungen. Bis nach Ägypten wurden Kontore beziehungsweise Faktoreien errichtet. Philosophie und Kultur entwickelten sich rasch und wurden bis zur ersten Perfektion fortgeführt. In dieser Zeit wurden auch die Olympischen Spiele der Antike begründet, die bis heute in Form der Olympischen Spiele der Neuzeit existieren.

Die Etrusker beherrschten Gebiete der heutigen Marokko. Mit der Gründung von Rom begann der Aufstieg der Römer. Das antike Großreich der Perser erstreckte sich bis nach Ägypten und bis zum Bosporus. Griechenland konnte die Kolonial- und Invasionsbestrebungen der Perser abwehren, wodurch die Blüte der persischen Expansion ein jähes Ende fand. Athen und Sparta waren die führenden griechischen Stadtstaaten zu dieser Zeit. Die Griechen besiedelten Teil der nördlichen Mittelmeerküste. Die Phönizier hingegen setzten auf Karthago und bauten die nordafrikanische Stadt zur Machtbasis aus. Das Ausdehnungsgebiet der Phönizier umfasste Spanien, Korsika und Sardinien. Die Insel Sizilien war zu dieser Zeit wegen ihrer strategischen Lage und ihrer Ressourcen ein umkämpftes Gebiet.

Der Volksstamm der Iberer war auf der iberischen Halbinsel beheimatet, vermischte sich jedoch mit den in Frankreich angesiedelten Kelten. Die Eroberungszüge der Kelten waren auf Ober- und Mittelitalien gerichtet. Nomadische Berbervölker herrschten innerhalb Nordwestafrikas.

Die griechischen Stadtstatten verloren zwischen 500 und 400 v. Chr. ihre Machtstellung durch innere Streitigkeiten beziehungsweise Kriege. Alexander der Große nutzte die Uneinigkeit der Griechen und die Zerrissenheit der Perser, um ein Reich von der Donau bis zum Indus zu erschließen und die politischen Verhältnisse innerhalb des östlichen Mittelmeergebiets zu revolutionieren.

Um 280v. Chr. kontrollierten die erstarkten Römer das italienische Festland. Römer und Karthager lebten im zentralen Mittelmeergebiet zunächst friedlich nebeneinander. Neid und Rivalität führten jedoch zu bewaffneten Konflikten. Karthago wurde durch die Punischen Kriege vernichtet und damit auch das Staatswesen der Phönizier. Die nun gewonnene Vorherrschaft Roms im zentralen und westlichen Mittelmeergebiet wurde erweitert durch zahlreiche Annexionen beziehungsweise Eroberungen, wodurch eine gewaltige politische Einheit, das Römische Reich, entstand.