Der Einfall der Hunnen erzeugte um 375 eine
Völkerwanderung. Während das oströmische Reich (Teilung des Gesamtreichs) den
Germanenstämmen aus dem Norden, die auf der Suche nach neuem Siedlungsraum
waren, standhalten konnte, zerfiel der labilere Westen Ende des 5.
Jahrhunderts.
Ab 489 besetzten die Ostgoten Italien, während sich die Westgoten und die Sueben in Iberien ansiedelten und die
Franken sich in Gallien niederließen.
Die Vandalen siedelten in Nordafrika und Sizilien an und gründeten unterschiedlich anhaltende souveräne Reiche.
Der
oströmische Kaiser Justinian I. eroberte weite Teile Westroms zurück, nach dessen
Tod nahmen jedoch die Langobarden große Teile Italiens ein. Das oströmische Reich
musste den Sassaniden und den Arabern Einhalt gebieten. Das Byzantinische Reich
(Oströmische Reich) existierte noch etwa 1000 Jahre, Byzanz beziehungsweise
Konstantinopel fiel 1453 durch die Osmanen.
Die Franken und die Araber,
zwei neue Großmächte, prägten das 7. und 8. Jahrhundert. Das Fränkische Reich
herrschte vor allen Dingen über das nordwestliche Mittelmeergebiet zwischen
Nordspanien und Italien. Die Araber breiteten sich über die Levante und Nordafrika
aus, drangen bis Narbonne vor (islamische Expansion) und wurden 732 gestoppt. Die
Nordgrenze des Islams wurde durch die Reconquista (mehrere Jahrhunderte andauernde
Kämpfe), die von den christlichen Nachkommen der Westgoten eingeleitet wurde,
zurückgedrängt. Die religiöse Teilung des Mittelmeergebietes besteht noch heute, im
nördlichen Teil dominiert das Christentum, während der südliche Teil islamisch
geprägt ist.