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Typische Gerichte

Typische Gerichte
Zu den typischen Gerichten des Mittelmeers zählen Pasta und Pizza aus Italien, Paella und Tapas aus Spanien, Meze und Souvlaki aus Griechenland, Kebap und Baklava aus der Türkei sowie Tajine und Couscous aus Nordafrika. Gemeinsam sind ihnen frischer Fisch, Gemüse, Olivenöl und Kräuter – die Basis der mediterranen Küche.

Die typischen Gerichte des Mittelmeerraums sind so vielfältig wie seine Länder. Und doch teilen sie eine gemeinsame Handschrift: frische, saisonale Zutaten, viel Gemüse, Olivenöl statt Butter und der allgegenwärtige Fisch. Wer die Region bereist, isst sich quasi durch ihre Kultur – jedes Land, oft jede Region, hat seine eigenen Spezialitäten. Ein Überblick über die Klassiker, die man probieren sollte.

Schnellfakten: Klassiker rund ums Mittelmeer
Paella (Spanien)Reispfanne aus Valencia mit Safran, je nach Rezept mit Huhn, Kaninchen, Bohnen oder Meeresfrüchten
Pizza Napoletana (Italien)Dünner, weicher Teig aus dem Holzofen, klassisch als Margherita oder Marinara
Bouillabaisse (Frankreich)Fischsuppe aus Marseille, serviert mit Rouille und geröstetem Brot
Moussaka (Griechenland)Auflauf aus Auberginen, Hackfleisch und Béchamelsauce
Crni rižot (Kroatien)Risotto mit Sepia, durch die Tinte schwarz gefärbt
Halloumi (Zypern)Fester Käse aus Schaf- und Ziegenmilch, gegrillt oder gebraten
Brik (Tunesien)Knusprige Teigtasche, meist mit Ei, Thunfisch und Petersilie gefüllt

Italien: Pasta, Pizza und Meeresfrüchte

Die italienische Küche ist die bekannteste der Welt. Neben Pizza aus Neapel und unzähligen Pastavariationen prägen regionale Spezialitäten das Bild: Risotto und Polenta im Norden, Meeresfrüchte-Pasta an den Küsten, Caponata und Cannoli auf Sizilien. An der Küste dominieren fangfrischer Fisch, Vongole und Tintenfisch. Dazu Antipasti, Pesto aus Ligurien und zum Abschluss Tiramisu oder Gelato.

Spanien: Tapas, Paella und Jamón

Die spanische Küste lebt von Tapas – kleinen Gerichten zum Teilen –, der berühmten Paella aus Valencia mit Reis, Safran und Meeresfrüchten sowie dem luftgetrockneten Jamón. In Andalusien kühlt der kalte Gazpacho an heißen Tagen, an der Costa del Sol gibt es Espeto de sardinas, Sardinen am Spieß über offenem Feuer. Katalonien steuert Pa amb tomàquet und Crema catalana bei.

Griechenland: Meze, Souvlaki und Feta

Die griechische Küche ist das Herz der mediterranen Ernährung. Typisch sind Meze – kleine Vorspeisen wie Tzatziki, Dolmades und gegrillter Oktopus –, Souvlaki und Gyros, der Bauernsalat mit Feta sowie Moussaka. Reichlich Olivenöl, Zitronen und Kräuter geben den Gerichten ihren Charakter, dazu Ouzo oder ein Glas Retsina. Zum Nachtisch verführt Baklava oder griechischer Joghurt mit Honig.

Türkei und Nordafrika: Kebap, Meze und Couscous

Die türkische Küche verbindet Grillgerichte wie Kebap und Köfte mit einer großen Meze-Vielfalt, gefüllten Weinblättern und süßem Baklava. In Nordafrika prägen die geschmorte Tajine, Couscous und aromatische Gewürzmischungen wie Ras el-Hanout die Tische. Der gesamte östliche und südliche Mittelmeerraum liebt Hülsenfrüchte, Fladenbrot und Süßspeisen mit Honig und Nüssen. So spannt sich ein kulinarischer Bogen um das ganze Meer, dessen Grundlagen die Mittelmeerküche ausführlich beschreibt.

Was isst man an der französischen Mittelmeerküste?

Die Küche der Provence und der Côte d’Azur ist sonnig, kräuterbetont und erstaunlich einfach. Das bekannteste Gericht ist die Bouillabaisse aus Marseille, eine Fischsuppe, die mit Rouille und Knoblauchbrot serviert wird. Ebenso typisch ist die Ratatouille, ein Schmorgericht aus Auberginen, Zucchini, Paprika und Tomaten. Nizza hat eine ganz eigene Tradition: die Socca, ein dünner Fladen aus Kichererbsenmehl, die Pissaladière mit geschmorten Zwiebeln, Sardellen und Oliven, den Salade niçoise und das Pan bagnat, ein mit Salat, Thunfisch und Olivenöl getränktes Brötchen. Dazu gehören Tapenade aus Oliven und Kapern sowie Aïoli, die Knoblauch-Mayonnaise. Auf Korsika kommen Frischkäse Brocciu, Wildschwein, Kastanienmehl und luftgetrocknete Würste hinzu.

Was kommt an der Adria auf den Tisch?

An der Ostküste der Adria trifft venezianisches Erbe auf Balkanküche. In Kroatien sind die Küstengerichte von Olivenöl und Kräutern wie Rosmarin, Salbei und Lorbeer geprägt. Ein Erlebnis ist die Peka: Lamm, Kalb oder Oktopus garen mit Kartoffeln unter einer Metallglocke, auf der glühende Kohlen liegen. Der Brodet ist ein Fischeintopf aus mehreren Fischsorten, der Crni rižot ein schwarzes Risotto mit Sepia. In Dalmatien schmort die Pašticada, Rindfleisch mit Pflaumen und getrockneten Feigen, das gern mit Gnocchi serviert wird. Dazu gibt es luftgetrockneten Pršut und den Schafskäse Paški sir von der Insel Pag, in Istrien wilde Trüffel über Pasta oder Rührei. Im benachbarten Montenegro ist der Schinken aus Njeguši berühmt, in Albanien der überbackene Lammtopf mit Joghurt, Tavë kosi.

Was isst man auf Malta, Zypern und Sardinien?

Die großen Inseln haben eigenständige Küchen entwickelt. Auf Malta sind die Pastizzi allgegenwärtig, rautenförmige Blätterteigtaschen mit Ricotta oder Erbsenpüree. Als Nationalgericht gilt der Kaninchen-Schmortopf Stuffat tal-Fenek, auf Gozo die belegte oder gefüllte Ftira. Zypern verbindet griechische und orientalische Einflüsse: Der Halloumi wird gegrillt oder gebraten, Souvla sind große Fleischspieße vom Holzkohlegrill, Sheftalia kleine Würstchen aus Hackfleisch, Petersilie und Zwiebeln, und eine zyprische Meze kann sich über ein Dutzend und mehr Teller erstrecken. Sardinien schließlich ist die Insel der Hirten: Das hauchdünne Fladenbrot Pane carasau, das Spanferkel Porceddu, gefüllte Teigtaschen namens Culurgiones und der Pecorino sardo zeigen eine Küche, die mehr aus dem Inland als vom Meer lebt.

Was ist typisch für die Levante und den Maghreb?

Im Osten des Meeres bilden Pürees und Salate das Herz jeder Mahlzeit. Hummus aus Kichererbsen und Sesampaste, die Auberginencreme Baba Ghanoush, der Petersiliensalat Tabouleh, der Brotsalat Fattoush und frittierte Falafel sind von Israel bis in den Libanon verbreitet. In Ägypten gehören Ful medames, ein Bohnenmus zum Frühstück, und Koshari, ein Teller aus Reis, Linsen, Nudeln und Tomatensauce, zum Alltag – mehr Küchenwissen bündelt das Schwesterportal aegypten.de. Der Maghreb würzt kräftiger: In Tunesien ist die scharfe Paste Harissa unverzichtbar, dazu kommen Brik, die Kichererbsensuppe Lablabi und Couscous mit Fisch. Marokko ist für Tajine, Pastilla und die Suppe Harira bekannt, die besonders im Fastenmonat Ramadan gegessen wird.

Welche Süßspeisen sollte man probieren?

Süßes ist rund ums Mittelmeer oft mit Honig, Nüssen, Sirup oder Mandeln gemacht. In Griechenland lohnen Loukoumades, frittierte Teigbällchen mit Honig, und Galaktoboureko, ein Grießpudding im Filoteig. Die Türkei ist neben Baklava für Künefe bekannt, warme Teigfäden mit Käsefüllung in Sirup, sowie für Lokum. Sizilien steuert Cannoli und im Sommer die halbgefrorene Granita bei, die man dort gern mit einer Brioche frühstückt. Aus Spanien kommen Turrón, ein Mandelnougat aus der Region Alicante, und die Crema catalana, aus Südfrankreich die Mandelkonfekte Calissons aus Aix-en-Provence. In Tunesien sind Makroudh beliebt, mit Dattelpaste gefülltes Grießgebäck. Viele dieser Spezialitäten eignen sich gut als essbares Reisemitbringsel.

Was isst man unterwegs als Streetfood?

Wer zwischen zwei Sehenswürdigkeiten Hunger bekommt, findet überall günstige Snacks. In Italien gibt es Pizza al taglio, also Pizza vom Blech nach Gewicht, in Sizilien frittierte Reisbällchen (Arancini) und Kichererbsenküchlein (Panelle), in Ligurien die Focaccia, die an der Ligurischen Küste schon zum Frühstück gegessen wird. Griechenland setzt auf Souvlaki und Gyros im Pita-Brot sowie auf Koulouri, Sesamkringel, die vor allem in Thessaloniki an jeder Ecke verkauft werden. In der Türkei sind Simit, Börek und gegrillter Fisch im Brot beliebt, in Spanien das belegte Bocadillo, in Nizza die Socca, auf Malta Pastizzi und in Tunesien die Brik aus der Hand. Streetfood ist oft die authentischste und preiswerteste Art, die Landesküche kennenzulernen.

Welche Gerichte gehören zu Festtagen?

Viele Spezialitäten bekommt man nur zu bestimmten Anlässen, und wer zur richtigen Zeit reist, erlebt die Küche von ihrer feierlichsten Seite. In Griechenland ist das orthodoxe Osterfest der kulinarische Höhepunkt des Jahres: Nach der Fastenzeit wird in der Nacht zum Ostersonntag die Suppe Magiritsa gegessen, am Ostersonntag dreht sich in vielen Dörfern ein ganzes Lamm am Spieß, dazu gibt es rot gefärbte Eier. In Kroatien gehören Fritule, kleine frittierte Teigbällchen, zur Advents- und Weihnachtszeit, in Spanien der Hefekranz Roscón de Reyes zum Dreikönigstag am 6. Januar. Auf Malta wird in der Fastenzeit traditionell mehr Fisch gegessen. In den muslimisch geprägten Ländern des Südens und Ostens verbinden sich Feste wie das Fastenbrechen nach dem Ramadan mit Süßgebäck und großen Familienessen. Auch die zahllosen Dorffeste im Sommer, in Italien Sagra genannt, drehen sich meist um ein einziges Produkt – vom Fisch bis zur Artischocke.

Welches ist das bekannteste Mittelmeergericht?

Pizza und Pasta aus Italien sind weltweit am bekanntesten, gefolgt von der spanischen Paella und dem griechischen Souvlaki.

Was sollte man an der Küste unbedingt probieren?

Fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte – ob als italienische Vongole, spanische Sardinen am Spieß oder gegrillten Oktopus in Griechenland.

Gibt es vegetarische Klassiker?

Viele: Caprese, Ratatouille, Tzatziki, Hummus, gefülltes Gemüse und zahlreiche Meze sind rein pflanzlich oder vegetarisch.

Was ist der Unterschied zwischen Tapas und Meze?

Beides sind kleine Gerichte zum Teilen. Tapas begleiten in Spanien oft ein Getränk an der Bar, Meze werden in Griechenland, der Türkei, Zypern und der Levante meist als lange Folge vieler Teller am Tisch serviert.

Was sollte man in Kroatien unbedingt essen?

Ein Gericht aus der Peka, das schwarze Sepia-Risotto Crni rižot, Brodet als Fischeintopf sowie Pršut und Schafskäse von der Insel Pag. In Istrien kommen Trüffel hinzu.

Gut zu wissen · Essen Sie dort, wo die Einheimischen essen, und fragen Sie nach dem Tagesfang – so probieren Sie die echten regionalen Spezialitäten. Mehr zu Wein und Öl auf unserer Seite Wein & Olivenöl.