Die Inseln des Mittelmeers sind so verschieden wie die Länder, zu denen sie gehören. Auf Mallorca und Kreta trifft man Hochgebirge, auf Sardinien Strände mit karibisch klarem Wasser, auf Sizilien einen aktiven Vulkan und griechische Tempel, auf Malta eine Festungsstadt der Johanniter. Allein Griechenland zählt mehrere Tausend Inseln und Eilande. Dieser Überblick ordnet die Inselwelt: welche Inseln die größten sind, welche Inselgruppen es gibt, welche Insel zu welchem Urlaub passt und wie man am besten hinkommt.
| Größte Insel | Sizilien (Italien), ca. 25.700 km² |
|---|---|
| Inselstaaten | Malta und Zypern |
| Wichtigste Inselländer | Griechenland, Italien, Spanien, Frankreich, Kroatien |
| Flugzeit ab Deutschland | ca. 2 bis 2,5 Std. (Balearen, Korsika, Sardinien) bis ca. 4 Std. (Zypern) |
| Fähren | vom Festland u. a. ab Barcelona, Genua, Livorno, Neapel, Piräus; dichtes Netz zwischen den griechischen Inseln |
| Beste Reisezeit | Mai bis Oktober, im östlichen Mittelmeer bis in den November |
| Zeitbedarf | eine Woche je Insel, zwei Wochen für Inselhopping |
Welche Inseln sind die größten?
Welche Inseln stellen wir ausführlich vor?
Welche Inselgruppen gibt es?
Welche Insel passt zu wem?
Flug oder Fähre?
Wann ist die beste Reisezeit?
Wie plant man Inselhopping?
Warum sind die Inseln kulturell so reich?
Was sollte man vor der Reise wissen?
Welche sind die größten Inseln im Mittelmeer?
Die größte Mittelmeerinsel ist Sizilien, gefolgt von Sardinien, Zypern, Korsika und Kreta. Diese fünf Inseln sind jeweils größer als 8.000 km² und damit eher kleine Länder als Ferieninseln. Danach folgt mit deutlichem Abstand die griechische Insel Euböa, die über Brücken mit dem Festland verbunden ist, und erst dann Mallorca. Die Flächenangaben schwanken je nach Quelle leicht, weil manche vorgelagerte Eilande mitzählen.
| 1. Sizilien | ca. 25.700 km² · Italien |
|---|---|
| 2. Sardinien | ca. 24.100 km² · Italien |
| 3. Zypern | ca. 9.250 km² · Republik Zypern, Norden türkisch-zyprisch verwaltet |
| 4. Korsika | ca. 8.680 km² · Frankreich |
| 5. Kreta | ca. 8.300 km² · Griechenland |
| 6. Euböa | ca. 3.660 km² · Griechenland |
| 7. Mallorca | ca. 3.640 km² · Spanien |
| 8. Lesbos | ca. 1.630 km² · Griechenland |
| 9. Rhodos | ca. 1.400 km² · Griechenland |
| 10. Chios | ca. 840 km² · Griechenland |
Bekannte Urlaubsinseln sind oft deutlich kleiner: Menorca misst rund 690 km², Korfu knapp 590 km², Ibiza gut 570 km². Die Hauptinsel Malta kommt auf etwa 246 km², die toskanische Insel Elba auf rund 245 km², und Formentera ist mit gut 80 km² die kleinste der vier bewohnten Baleareninseln.
Welche Mittelmeerinseln stellt mittelmeer.info ausführlich vor?
Sieben Inseln und Inselgruppen haben bei uns einen eigenen, ausführlichen Reiseführer mit Regionen, Reisezeit, Anreise, Stränden und Routen:
- Balearen – Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera vor der spanischen Ostküste. Kurze Anreise, für jeden Reisetyp eine passende Insel, vom Tramuntana-Gebirge bis zu Formenteras weißen Sandstränden.
- Sizilien – die größte Mittelmeerinsel mit dem Ätna, dem Tal der Tempel bei Agrigent, den Barockstädten des Val di Noto und den lebhaften Städten Palermo und Catania.
- Sardinien – berühmt für klares Wasser und helle Sandbuchten, die Costa Smeralda und die rätselhaften Nuraghen-Türme der Bronzezeit.
- Korsika – die „Insel der Schönheit“ mit Gipfeln über 2.700 Metern, dem Weitwanderweg GR 20 und den roten Felsen der Calanche de Piana.
- Kreta – Griechenlands größte Insel: minoischer Palast von Knossos, Samaria-Schlucht, Lagunenstrände wie Balos und Elafonisi und eine lange Saison.
- Malta – Inselstaat mit Malta, Gozo und Comino, der barocken Hauptstadt Valletta, prähistorischen Tempeln und mildem Winterklima. Englisch ist Amtssprache.
- Zypern – die südöstlichste große Insel mit der längsten Badesaison, Troodos-Gebirge und antiken Stätten in Paphos. Noch tiefer ins Detail geht unser Schwesterportal zypern.de.
Welche Inselgruppen gibt es im Mittelmeer?
Neben den großen Einzelinseln prägen vor allem griechische, italienische und kroatische Archipele das Bild. Die wichtigsten im Überblick:
- Kykladen: der Inselkreis in der südlichen Ägäis mit Santorin, Mykonos, Naxos, Paros und Milos – weiße Würfelhäuser, Windmühlen, im Sommer oft kräftiger Meltemi-Wind.
- Dodekanes: die Inseln vor der türkischen Küste, darunter Kos, Patmos und Rhodos mit seiner mittelalterlichen Johanniter-Altstadt. Alles zu Rhodos steht auf unserem Schwesterportal rhodos.info.
- Ionische Inseln: Korfu, Kefalonia, Zakynthos und Lefkada vor der griechischen Westküste, grüner und regenreicher als die Ägäis. Mehr dazu auf unserer Seite zum Ionischen Meer.
- Nordägäische Inseln und Sporaden: Lesbos, Chios, Samos sowie Skiathos und Skopelos – ruhiger, waldreicher und weniger vom Pauschaltourismus geprägt.
- Dalmatinische Inseln: Krk, Cres, Brač, Hvar, Korčula und viele weitere vor der Küste von Kroatien, ein klassisches Segel- und Inselhopping-Revier.
- Italienische Archipele: die Liparischen (Äolischen) Inseln mit dem Stromboli nördlich von Sizilien, der Toskanische Archipel mit Elba, wo Napoleon 1814/15 rund zehn Monate im Exil verbrachte, und das Maddalena-Archipel vor Sardinien.
- Weitere: die Îles d’Hyères vor der französischen Küste und Djerba vor Tunesien, eine der größten Inseln Nordafrikas.
Welche Mittelmeerinsel passt zu wem?
Für die erste Inselreise sind Mallorca, Kreta oder Malta die sichersten Ziele: gute Anbindung, viel Auswahl, wenig Planungsaufwand. Darüber hinaus hilft die Frage, was im Vordergrund stehen soll.
- Familien: flache Sandstrände und kurze Wege bieten Menorca, der Süden Mallorcas, Teile Sardiniens und Kretas Nordküste.
- Wanderer und Aktive: Korsika mit dem GR 20, Kreta mit seinen Schluchten, Mallorcas Tramuntana und der Ätna auf Sizilien.
- Kultur und Geschichte: Sizilien, Malta und Kreta, aber auch Zypern mit seinen Mosaiken und Kirchen.
- Ruhe und Natur: Menorca, die Nordägäis, die Ionischen Inseln abseits von Korfu und viele dalmatinische Inseln.
- Nachtleben: Ibiza, Mykonos und Teile Mallorcas.
- Herbst und Winter: Zypern, Malta und Kreta, wo es länger warm bleibt als im Norden.
Wer sich unsicher ist, entscheidet nach Reisezeit und Anreise: Im Frühsommer sind die westlichen Inseln ideal, im Oktober lohnt der Blick nach Osten.
Wie kommt man auf die Mittelmeerinseln – Flug oder Fähre?
Für die meisten Inseln ist der Flug der schnellste Weg. Palma de Mallorca, Catania, Palermo, Olbia, Cagliari, Heraklion, Malta und Larnaka werden ab Deutschland direkt angeflogen, kleinere Inseln wie Menorca, Ibiza, Korfu, Kos oder Rhodos vor allem in der Saison. Die Flugzeit liegt bei rund zwei Stunden für die westlichen Inseln und bei drei bis vier Stunden für Kreta und Zypern.
Mit dem eigenen Auto führt der Weg über die Fähren im Mittelmeer: auf die Balearen ab Barcelona, Valencia oder Dénia, nach Korsika und Sardinien ab Genua, Livorno, Savona, Nizza, Marseille oder Toulon, nach Sizilien über die kurze Meerenge bei Messina oder per Nachtfähre ab Neapel und Genua. Zwischen Korsika und Sardinien pendeln Fähren über die Straße von Bonifacio. Griechenlands Inseln erschließt ein dichtes Netz ab Piräus, Rafina und Lavrio. Nach Malta fahren Schnellfähren ab Sizilien. Zypern erreicht man in der Praxis nur per Flug.
Wann ist die beste Reisezeit für Mittelmeerinseln?
Zum Baden eignet sich die Zeit von Juni bis September, die angenehmsten Monate sind meist Juni und September. Dann ist das Meer warm, die Hitze erträglich und der Andrang geringer als in den Sommerferien. Mai und Oktober sind ideal zum Wandern und für Kultur, das Wasser ist dann aber im Westen noch oder schon frisch.
Je weiter östlich und südlich eine Insel liegt, desto länger dauert die Saison. Auf Zypern, Kreta, Rhodos und Malta wird bis in den Oktober und teils November gebadet, auf Korsika oder den Balearen endet die Badesaison früher. Im Hochsommer sorgt der Meltemi auf den Kykladen für Abkühlung, kann aber Fähren verzögern. Einen Monatsvergleich bietet unser Ratgeber zur besten Reisezeit am Mittelmeer.
Wie plant man Inselhopping im Mittelmeer?
Inselhopping funktioniert am besten in Regionen mit kurzen, häufigen Fährverbindungen. Klassiker sind die Kykladen, wo zwischen Santorin, Naxos, Paros und Mykonos im Sommer täglich Schiffe fahren, sowie die dalmatinischen Inseln zwischen Split und Dubrovnik. Bewährte Kombinationen im Westen sind Ibiza und Formentera, Mallorca und Menorca oder Korsika und Sardinien über die Straße von Bonifacio.
Für zwei Wochen sind drei bis vier Inseln ein gutes Maß; mehr Stationen bedeuten vor allem Zeit auf Schiffen und in Häfen. Sinnvoll ist eine Route, die an einer Insel mit Flughafen beginnt und an einer anderen endet, damit man keine Strecke doppelt fährt. Wer mehr Freiheit möchte, chartert ein Boot – Hinweise dazu stehen auf unserer Seite zum Segeln im Mittelmeer.
Warum sind die Mittelmeerinseln kulturell so reich?
Weil sie seit Jahrtausenden an den Kreuzungen der Seewege liegen. Wer eine Insel hielt, kontrollierte Handel und Schifffahrt – deshalb wechselten viele Inseln immer wieder die Herrscher. Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Byzantiner, Araber, Normannen, Venezianer, Genuesen, Johanniter, Osmanen und Briten hinterließen ihre Spuren.
Das Ergebnis ist eine einzigartige Dichte an Kulturerbe: die minoischen Paläste Kretas, die Nuraghen Sardiniens, die talayotischen Stätten Menorcas, die griechischen Tempel Siziliens, die arabisch-normannischen Kirchen Palermos, die Festungen Maltas und die Altstadt von Rhodos. Viele dieser Orte stehen auf der UNESCO-Welterbeliste. Einen Überblick bietet unsere Seite zur Antike und zum UNESCO-Welterbe. Die wechselvolle Geschichte prägt bis heute Sprache, Küche und Baustil – auf Malta etwa mischen sich arabische, italienische und englische Einflüsse.
Was sollte man vor einer Inselreise wissen?
Inseln haben eigene Regeln. In der Hochsaison sind Mietwagen, Unterkünfte und Fähren schnell ausgebucht, deshalb lohnt frühe Planung. Auf kleinen Inseln ist das Angebot außerhalb der Saison stark eingeschränkt: Viele Hotels, Restaurants und Bootsverbindungen schließen zwischen November und April.
Süßwasser ist auf vielen Inseln knapp, sparsamer Umgang ist deshalb mehr als eine Geste. Zahlreiche Küsten stehen unter Naturschutz, auf manchen Inseln gelten Regeln fürs Ankern über Seegraswiesen oder Zugangsbeschränkungen zu besonders beliebten Stränden. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte für Bergstraßen mehr Zeit einplanen, als die Karte vermuten lässt. Und wer in der Nebensaison reist, erlebt die Inseln ruhiger, günstiger und oft ursprünglicher als im August.
Wie viele Inseln gibt es im Mittelmeer?
Eine genaue Zahl gibt es nicht, weil die Grenze zwischen Insel und Felsen fließend ist. Allein Griechenland zählt rund 6.000 Inseln und Eilande, davon sind etwa 227 bewohnt. Hinzu kommen Hunderte Inseln vor Kroatien, Italien, Spanien und Frankreich.
Welche Mittelmeerinsel ist im Oktober noch warm?
Am wärmsten bleibt es im Osten und Süden: Zypern, Rhodos, Kreta und Malta haben im Oktober noch gutes Badewetter. Auf den Balearen und Korsika ist das Meer dann bereits merklich kühler.
Welche Insel eignet sich ohne Mietwagen?
Malta ist dank eines dichten Busnetzes und kurzer Wege gut ohne Auto zu bereisen, ebenso viele kleinere griechische Inseln. Auf großen Inseln wie Sizilien, Sardinien oder Korsika ist ein Mietwagen dagegen fast unverzichtbar.
Welche Inseln sind Staaten?
Im Mittelmeer gibt es zwei Inselstaaten: Malta und Zypern. Alle anderen großen Inseln gehören zu Festlandstaaten wie Italien, Frankreich, Spanien oder Griechenland, oft mit eigener Regionalverwaltung.
Kann man Inseln mit einer Kreuzfahrt kombinieren?
Ja. Viele Routen laufen Palma, Ajaccio, Valletta, Heraklion, Rhodos oder Santorin an. Für einen ersten Eindruck mehrerer Inseln ist das bequem, für Strände und Hinterland bleibt aber meist nur wenig Zeit.
Passend dazu: Santorin, Rhodos, Mallorca, Kykladen.
Passend dazu: Ibiza, Menorca, Korfu, Capri, Djerba, Elba.
Passend dazu: Zakynthos, Gozo.
Passend dazu: Kefalonia.
