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Inseln im Mittelmeer

Gozo

Gozo
Gozo gehört zu Malta und liegt eine Fährfahrt von nur 25 Minuten nördlich der Hauptinsel. Hauptort ist Victoria mit der Zitadelle, auf dem Xagħra-Plateau stehen die Ġgantija-Tempel aus der Jungsteinzeit, an der Westküste liegt die Bucht von Dwejra. Die Fähre zwischen Ċirkewwa und Mġarr fährt rund um die Uhr, tagsüber bis zu alle 30 Minuten.

Gozo ist die kleinere Schwesterinsel Maltas und lässt sich in wenigen Tagen gut erkunden: Eine befestigte Stadt auf dem Hügel, Tempel, die zu den ältesten frei stehenden Steinbauten der Welt zählen, eine Lagune mit Tunnel zum Meer und Buchten zum Tauchen liegen nah beieinander. Diese Seite beschreibt, was dort zu sehen ist und wie Sie hinkommen.

Alle Zeiten, Preise und Zugangsregeln ändern sich. Prüfen Sie sie vor der Reise bei der Fährgesellschaft Gozo Channel, bei Heritage Malta und bei Visit Gozo.

StaatMalta
HauptortVictoria (maltesisch Ir-Rabat)
ÜberfahrtĊirkewwa (Malta) – Mġarr (Gozo), 25 Minuten
WelterbeĠgantija-Tempel (Megalithtempel von Malta, UNESCO)

Wie kommen Sie nach Gozo?

Der einzige Flughafen des Landes ist der Malta International Airport. Sie fliegen dorthin und fahren dann zum Hafen Ċirkewwa am nördlichsten Punkt Maltas. Rechnen Sie für Bus oder Taxi vom Flughafen etwa eine Stunde. Die Fähre nach Mġarr auf Gozo braucht 25 Minuten, fährt ganzjährig rund um die Uhr und tagsüber bis zu alle 30 Minuten; der Fahrplan richtet sich nach der Jahreszeit und dem Wochentag.

Die Fährgesellschaft verkauft keine Reservierungen: Die Schiffe werden in der Reihenfolge der Ankunft beladen. Das Ticket gilt nicht für ein bestimmtes Schiff oder Datum und wird erst auf Gozo kontrolliert, also bei der Rückfahrt oder bei der Fahrt in die Gegenrichtung. Fußgänger kaufen es online oder am Passagierterminal in Mġarr, Autofahrer an den Kassenhäuschen für Fahrzeuge. Preise stehen im Fahrplan der Reederei, da sie sich ändern.

Vom Flughafen fahren zwei Buslinien nach Ċirkewwa: die Linie X1 alle 30 bis 45 Minuten ab 5 Uhr (letzte Abfahrt am Flughafen am späten Abend, ohne Nachtverkehr) und die Linie TD1 stündlich von 5 Uhr bis Mitternacht, die je nach Verkehr ein bis zwei Stunden braucht. Weitere Linien erreichen Ċirkewwa von Valletta (41, 42 und X300), Sliema (222), Buġibba (221) und Mġarr (101). Wer ein Taxi nimmt, kauft am Schalter in der Ankunftshalle ein Ticket zum Festpreis; die Fahrt zum Hafen Ċirkewwa kostet dort 32 Euro. Mietwagen lassen sich am Flughafen vorbuchen, und Ċirkewwa hat einen eigenen Bereich zum Auffahren auf die Fähre.

Eine Alternative ist die Schnellfähre zwischen Mġarr und dem Grand Harbour von Valletta, nur für Fußgänger. Die Schiffe nehmen mehr als 300 Fahrgäste auf und sind rollstuhlgerecht; Sie melden sich 15 bis 20 Minuten vor der Abfahrt an, Fahrräder und E-Scooter fahren kostenlos mit, ebenso Haustiere, an Bord gibt es WLAN. Die Buslinie TD4 verbindet den Flughafen stündlich mit der Schnellfähre am Grand Harbour, von 5.30 Uhr bis 0.30 Uhr. Allgemeines zu Überfahrten im Mittelmeer finden Sie auf der Seite Fähren im Mittelmeer; die Hauptinsel stellt die Seite Malta vor.

Wie ist die Zitadelle von Victoria entstanden?

Die Cittadella überragt die Hauptstadt Victoria und ist von weiten Teilen der Insel aus zu sehen. Der Hügel war vermutlich schon in der Jungsteinzeit besiedelt und wurde um 1500 vor Christus in der Bronzezeit befestigt. Später bauten ihn die Phönizier aus, und in römischer Zeit war er eine vielschichtige Akropolis. Gozo war damals ein Municipium mit Sonderrechten und von Malta unabhängig; auf dem Hügel lagen Verwaltung, Militär und Religion. Wo heute die Kathedrale steht, stand ein Tempel der Göttin Juno.

Die Nordseite stammt aus der aragonesischen Zeit, die Südflanke über Victoria bauten die Johanniter zwischen 1599 und 1603 neu. Das Jahr 1551 prägte die Insel nachhaltig: Eine osmanische Flotte griff Gozo an, nachdem sie Malta nicht erobern konnte, und nach kurzer Belagerung fiel die Zitadelle. Von den damals etwa 5.000 Einwohnern blieben nur rund 40 alte und kranke Menschen verschont, die übrigen wurden versklavt. Es dauerte fast 50 Jahre, die Insel neu zu besiedeln und die Zitadelle in ihrer heutigen Form aufzubauen. Bis 1637 war die gesamte Bevölkerung gesetzlich verpflichtet, die Nacht innerhalb der Mauern zu verbringen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts besetzten napoleonische Truppen die Insel kurz und beschädigten absichtlich einige Wappen an den Gebäuden.

Heute leben nur noch wenige Familien innerhalb der Mauern. Auf dem Hauptplatz stehen die barocke Kathedrale Santa Marija, die Gerichtsgebäude und der Bischofspalast. Ein Rundgang auf den Wehrgängen bietet einen Blick über Hügel, Täler, Dörfer und Kirchen der Insel und bis über das Meer nach Malta. Die Zitadelle ist für Menschen mit Behinderung zugänglich.

Welche Museen und Stätten liegen in der Zitadelle?

In der Zitadelle liegen mehrere kleine Museen und Stätten, die Sie einzeln oder mit Tickets von Heritage Malta besuchen.

  • Kathedralmuseum
  • Archäologisches Museum
  • Volkskundemuseum im historischen Haus Gran Castello
  • Naturmuseum Gozo
  • Altes Gefängnis
  • Altes Pulvermagazin
  • Getreidesilos
  • Batterie
  • Luftschutzraum aus dem Zweiten Weltkrieg

Ein modernes Besucherzentrum liegt in zwei alten Wasserspeichern im Graben der Zitadelle, die in den 1870er-Jahren gebaut wurden; Ausstellung und ein kurzer Film erklären die Geschichte der Festung. Außerdem finden Sie die Kapelle St. Joseph, kleine Wandschreine, Reliefs sowie Fenster und Bögen im normannischen Stil.

Was sind die Ġgantija-Tempel?

Die Ġgantija-Tempel stehen auf dem Xagħra-Plateau im Norden von Gozo und gehören zu den Megalithtempeln von Malta, die die UNESCO in die Welterbeliste aufgenommen hat. Ġgantija wurde 1980 als einzelne Stätte eingetragen; 1992 wurde der Eintrag um weitere Tempel auf Malta und Gozo erweitert und in Megalithtempel von Malta umbenannt. Heute gehören Ġgantija, Ħaġar Qim, Mnajdra, Skorba, Ta‘ Ħaġrat und Tarxien dazu. Die Tempel wurden im 4. und 3. Jahrtausend vor Christus gebaut und gehören zu den frühesten frei stehenden Steinbauten der Welt. Die Bauzeit von Ġgantija reicht in der späten Jungsteinzeit von 3800 bis 2000 vor Christus. Der Name leitet sich vom maltesischen Wort für Riese ab.

Die Anlage besteht aus zwei Gebäuden mit getrennten Eingängen, die eine gemeinsame äußere Megalithmauer umschließt. Jedes Gebäude hat mehrere Apsiden, die einen Mittelgang säumen. Die Erbauer nutzten Gesteine aus der Umgebung: den harten Korallenkalk, der in Ġgantija reichlich verwendet wurde, und den weicheren Globigerinenkalk für Türöffnungen, Altäre und verzierte Platten im Inneren. Zwei Putzfragmente mit rotem Ocker, die im Besucherzentrum liegen, zeigen, dass die Innenwände verputzt und bemalt waren.

Das Besucherzentrum am Eingang erklärt das Leben in der Jungsteinzeit auf der Insel und zeigt Funde aus Gozo; ein Weg im Freien führt zu den Tempeln. Rechnen Sie mit etwa einer Stunde. Fotografieren ist ohne Stativ erlaubt, im Besucherzentrum ohne Blitz. Es gibt einen Museumsladen, aber kein Restaurant; im Dorfplatz von Xagħra finden Sie Cafés. Die nächste Bushaltestelle liegt zwei Gehminuten entfernt, Parkplätze befinden sich in der Nähe. Das Kombiticket mit der Ta‘-Kola-Windmühle kostet für Erwachsene 10 Euro und für Kinder von 6 bis 11 Jahren 6 Euro. Führungen sind auf Anfrage möglich. Mehr zum Hintergrund lesen Sie auf der Seite Antike am Mittelmeer.

Was ist in Dwejra zu sehen?

Dwejra an der Westküste ist eine Küstenlandschaft mit Felsformationen, in die das Meer hineinspült. Das Binnenmeer ist eine Lagune in einer kreisrunden Senke mit Kai auf der einen und Kiesstrand auf der anderen Seite. Ein Tunnel von rund 100 Metern Länge verbindet sie mit dem offenen Meer, und kleine Boote fahren hindurch. Die Lagune war traditionell eine Bucht der Fischer, deren kleine Hütten noch stehen; heute bieten Fischer von dort Bootsfahrten für Besucher an. Schwimmer finden das tiefe offene Meer der Bucht, das ruhige Flachwasser des Binnenmeers und das bewegte Wasser um das Blue Hole.

Der Fungus Rock, auch General’s Rock genannt, ist ein kleiner Felsen im Meer. Auf ihm wuchs eine heilkräftige Pflanze, die so wertvoll war, dass die Johanniter ihn bewachen ließen: Sie ebneten seine Flanken ein, damit niemand hinaufklettern konnte, und wer beim Besteigen erwischt wurde, musste mit schwerer Strafe rechnen. Eine einfache Seilbahn führte früher zu dem Felsen. Der Turm von 1652 entstand unter Großmeister Lascaris, bewachte die Küste gegen Piraten und Plünderer und diente im Zweiten Weltkrieg als Wachposten für die Westseite der Insel. Er ist in der Regel geöffnet, wenn oben die Flagge weht. Die Kapelle St. Anna stammt von 1963.

Das natürliche Felsentor Azure Window, das viele Jahre in Dwejra stand, stürzte 2017 ein; die Stelle ist heute ein Tauchplatz. Die Felsen der Umgebung wirken wie ein Mosaik aus tausenden Meeresfossilien, und es gibt Salzpfannen. Bei rauem Wetter bleiben Sie vom Küstenrand weg.

Warum ist Gozo ein Ziel zum Tauchen?

Das Blue Hole in Dwejra ist ein senkrechter Schacht im Fels und ein international bekannter Tauchplatz, der erfahrenen Tauchern vorbehalten bleibt. Der Crocodile Rock, ein Felspfeiler, der wie der Kopf eines Krokodils aussieht, ist ebenfalls ein beliebter Tauchplatz und bei Wind kaum zu sehen. Auch die Stelle des früheren Azure Window ist heute ein Tauchplatz.

In der Bucht von Xlendi liegen Riffformationen und Unterwassertunnel im tieferen Wasser entlang der Felsküste; mehrere Tauchzentren betreuen dort Anfänger und erfahrene Taucher. Wer nur schnorcheln möchte, findet dort ebenfalls Platz, denn nahe am Strand ist das Wasser flach. Mehr zu Tauchplätzen im Mittelmeer auf der Seite Tauchen im Mittelmeer.

Was bietet die Bucht von Xlendi?

Xlendi war ein kleines Fischerdorf und ist zu einem Ferienort gewachsen, der das ganze Jahr Gäste und Einheimische anzieht. Die Bucht hat einen kleinen Strand aus Sand und Kies, dessen flaches Wasser für Familien geeignet ist. Mehrere Restaurants säumen die Uferpromenade, und Sie können versteckte Höhlen der Bucht erkunden. Der Xlendi Walk führt mit Aussicht über die Klippen von Ta‘ Ċenċ und Sanap, und Treppen führen an der Steilwand zu Caroline’s Cave.

Der Xlendi-Turm ist der älteste frei stehende Küstenwachturm Gozos. Er entstand 1650 unter Großmeister Lascaris, um die Bucht gegen Schmuggler, Piraten und Menschen zu schützen, die die Quarantäne umgehen wollten. Er ist quadratisch mit rund 35 Fuß Seitenlänge und erhebt sich über 30 Steinlagen, hat eine Plattform zum Meer hin und war zunächst mit zwei Sechspfündern bestückt, später mit zwei Vierpfündern. Er überblickt von den Klippen von Ras il-Bajda den südwestlichen Zugang zu Gozo und den Eingang des Comino-Kanals und bewachte die Bucht bis 1871. Am ersten Sonntag im September feiert der Ort sein Dorffest mit der Gostra. Mehrere Buslinien verbinden Xlendi mit Victoria.

Wie planen Sie einen Aufenthalt auf Gozo?

Die Stätten liegen nah beieinander. Victoria dient als Ausgangspunkt, denn die Zitadelle liegt dort, und von Victoria erreichen Sie Xlendi mit dem Bus. Die Ġgantija-Tempel in Xagħra liegen rund sieben Autominuten von der Hauptstadt entfernt. Dwejra erreichen Sie mit Auto oder Bus; Eine Wanderroute führt über 13 Kilometer von Victoria nach Dwejra und zurück.

Prüfen Sie Fähr- und Öffnungszeiten vorab, besonders an Feiertagen, an denen die Reederei einzelne Fahrten streicht.

Wie lange dauert die Überfahrt nach Gozo?

Die Fähre von Ċirkewwa nach Mġarr braucht 25 Minuten. Sie fährt ganzjährig rund um die Uhr, tagsüber bis zu alle 30 Minuten, abhängig von Jahreszeit und Wetter.

Kann man die Fähre nach Gozo reservieren?

Nein, die Schiffe werden in der Reihenfolge der Ankunft beladen. Das Ticket wird auf Gozo bei der Rückfahrt kontrolliert und gilt für kein bestimmtes Schiff.

Wann entstanden die Ġgantija-Tempel?

Sie entstanden im 4. und 3. Jahrtausend vor Christus; die Bauzeit von Ġgantija reicht in der späten Jungsteinzeit von 3800 bis 2000 vor Christus.

Gibt es das Azure Window noch?

Nein, das Felsentor stürzte 2017 ein. An der Stelle liegt heute ein Tauchplatz.

Tipp · Besuchen Sie die Ġgantija-Tempel zuerst im Besucherzentrum, bevor Sie zu den Steinen gehen: Die Putzfragmente mit rotem Ocker erklären, wie die Innenräume ursprünglich aussahen.

Passend dazu: Valletta.