Malta ist klein, aber außergewöhnlich dicht: Auf einer Fläche kaum größer als München drängen sich prähistorische Tempel, eine barocke Festungshauptstadt, Steilküsten und türkise Buchten. Dass fast jeder Englisch spricht und das Klima selbst im Winter mild bleibt, macht die Mittelmeerinsel zu einem einfachen und ganzjährigen Ziel.
Malta, Gozo oder Comino – welche Insel wofür?
- Malta: die Hauptinsel mit der Hauptstadt Valletta, den „Drei Städten“, der alten Hauptstadt Mdina und dem Nachtleben in St. Julian’s.
- Gozo: die grünere, ruhigere Schwesterinsel mit dem Zitadellenstädtchen Victoria, Tauchspots und dem Inland Sea.
- Comino: winzig und fast unbewohnt, berühmt für die Blaue Lagune mit ihrem leuchtend türkisen Wasser – ein Tagesausflug per Boot.
Für einen ersten Besuch bleibt man auf Malta und macht Tagesausflüge nach Gozo und Comino.
Wann ist die beste Reisezeit für Malta?
Zum Baden ist Mai bis Oktober ideal, mit warmem Meer bis in den Oktober hinein. Juli und August sind heiß und voll. Für Städtereisen, Wandern und Kultur eignet sich Malta ganzjährig – selbst im Winter liegen die Temperaturen meist bei milden 15 °C. Das Frühjahr ist grün und angenehm. Eine allgemeine Einordnung bietet der Ratgeber zur besten Reisezeit.
Wie komme ich nach Malta?
Was sind die wichtigsten Höhepunkte?
Wo kann man baden?
Was isst man auf Malta?
Wie komme ich nach Malta?
Per Flug zum Flughafen Malta (MLA) bei Luqa, der ab vielen deutschen Städten direkt angeflogen wird. Zwischen den Inseln verkehren Fähren: Malta–Gozo (Ċirkewwa–Mġarr, rund 25 Minuten) sowie eine schnelle Personenfähre Valletta–Gozo. Es gibt auch eine Autofähre und Katamaran-Verbindungen nach Sizilien (Pozzallo/Catania). Auf Malta ist das Busnetz günstig und deckt die Insel gut ab; ein Mietwagen ist möglich, aber es herrscht Linksverkehr. Valletta ist zudem ein beliebter Anlaufhafen bei einer Mittelmeerkreuzfahrt.
Was sind die wichtigsten Höhepunkte?
Valletta, die von den Johannitern gegründete Hauptstadt, ist UNESCO-Welterbe – mit der prächtigen St. John’s Co-Cathedral (Caravaggio-Gemälde) und den Upper Barrakka Gardens über dem Grand Harbour. Die alte Hauptstadt Mdina („die stille Stadt“) und die Drei Städte (Vittoriosa, Senglea, Cospicua) erzählen die Ritter-Geschichte. Prähistorische Tempel wie Ħaġar Qim und Ġgantija auf Gozo zählen zu den ältesten freistehenden Bauwerken der Welt. Naturhöhepunkte sind die Dingli-Klippen und – nach dem Einsturz des berühmten Azure Window – die Küste bei Dwejra auf Gozo.
Wo kann man baden?
Maltas Küste ist überwiegend felsig, was glasklares Wasser bedeutet. Sandstrände gibt es vor allem im Norden: Golden Bay, Għajn Tuffieħa und Mellieħa Bay. Der schönste Badeplatz ist die Blaue Lagune auf Comino – im Hochsommer allerdings sehr voll, daher früh oder in der Nebensaison besuchen. Gozo bietet ruhigere Buchten wie San Blas und Ramla Bay mit rötlichem Sand. Malta ist außerdem ein Top-Revier zum Tauchen mit vielen Wracks und Höhlen.
Was isst man auf Malta?
Die maltesische Küche mischt italienische, arabische und britische Einflüsse: Pastizzi (Blätterteigtaschen mit Ricotta oder Erbsen), Fenkata (Kaninchen), frischer Fisch (Lampuki im Herbst) und Ftira (das maltesische Brot). Dazu gibt es lokale Weine und das Nationalgetränk Kinnie, eine bittersüße Limonade. In den Fischerdörfern Marsaxlokk und um den Hafen isst man am frischesten.
Praktische Tipps für Malta
Malta ist kompakt – 5 bis 7 Tage reichen, um Valletta, Mdina, Gozo und Comino zu sehen. Für Kirchen gilt eine Kleiderordnung (bedeckte Schultern und Knie). Englisch wird überall gesprochen, gezahlt wird in Euro. Wer Ruhe sucht, wohnt auf Gozo. Weitere Inseln findest du im Überblick der schönsten Mittelmeerinseln, etwa das benachbarte Sizilien.
Welche Route für Malta?
Ein bewährter Plan für eine Woche: zwei Tage Valletta und die Drei Städte, ein Tag Mdina und das Insel-Innere, ein Tag Gozo, ein Tag Comino mit der Blauen Lagune, dazu ein bis zwei Badetage im Norden. Weil die Insel klein ist, kann man von einem einzigen Standort aus fast alles per Bus oder Kurzstrecke erreichen. Wer taucht oder viel Zeit auf Gozo verbringen möchte, verlegt für zwei bis drei Nächte den Standort auf die ruhigere Schwesterinsel.
Wo übernachtet man auf Malta?
Sliema und St. Julian’s bieten die größte Hotelauswahl, Restaurants und Nachtleben – gut angebunden per Fähre nach Valletta. Valletta selbst hat charmante Boutique-Hotels für Kulturliebhaber. Mellieħa im Norden liegt nahe den Sandstränden und der Gozo-Fähre. Wer Ruhe sucht, wohnt auf Gozo, etwa in einem umgebauten Bauernhaus. Da Malta klein ist, spielt die Lage eine geringere Rolle als anderswo – Bus und Fähre verbinden alles.
Tauchen und Aktivurlaub auf Malta
Malta zählt zu den besten Tauchrevieren Europas: warmes, klares Wasser, spektakuläre Höhlen, Steilwände und zahlreiche Wracks, viele davon vom Ufer aus erreichbar. Tauchbasen gibt es überall, auch für Einsteiger. Über Wasser laden die Dingli-Klippen, Küstenwanderungen und Kajaktouren zu den Buchten ein. Dank des milden Klimas ist Aktivurlaub hier fast ganzjährig möglich.
Für wen eignet sich Malta?
Malta ist ideal für Kulturreisende, Taucher, Sprachreisende (Englisch) und alle, die in kurzer Zeit viel sehen wollen. Wer endlose Sandstrände sucht, ist auf Sardinien oder den Balearen besser aufgehoben – Maltas Küste ist überwiegend felsig, dafür glasklar. Für Familien eignen sich die Sandbuchten im Norden und die überschaubaren Distanzen.
Geheimtipps abseits der Hauptrouten
Neben Valletta und der Blauen Lagune lohnen sich stillere Ecken: das Fischerdorf Marsaxlokk mit seinem Sonntagsmarkt und den bunten Luzzu-Booten, die Salzpfannen von Gozo bei Marsalforn, die ruhige San-Blas-Bucht und die Klippen von Ta’ Ċenċ. In Valletta führen die Nebengassen zu versteckten Innenhöfen und Aussichtsterrassen. Wer die Blaue Lagune meiden will, findet auf Comino auch die ruhigere Santa-Marija-Bucht. Ein Abendspaziergang über die Festungsmauern von Mdina oder entlang des Grand Harbour zählt zu den schönsten Momenten der Insel.
Was kostet ein Malta-Urlaub?
Malta ist ein preislich moderates Ziel, besonders außerhalb der Hauptsaison. Der günstige öffentliche Bus spart Mietwagenkosten, und es gibt Unterkünfte in allen Kategorien – von Hostels in Sliema bis zu Boutique-Hotels in Valletta. Restaurants sind bezahlbar, Streetfood wie Pastizzi kostet nur wenige Cent. Teurer wird es im Hochsommer und bei Bootstouren. Insgesamt bleibt Malta durch die kurzen Wege und das gute Bussystem gut kalkulierbar.
Feste, Kultur und Filmkulisse
Malta lebt seine Traditionen intensiv: In den Sommermonaten feiert fast jedes Dorf sein Patronatsfest (Festa) mit Prozessionen, Blaskapellen und aufwendigem Feuerwerk – ein farbenprächtiges Erlebnis. Die Johanniter-Geschichte ist überall präsent, von den Palästen Vallettas bis zu den Wehrtürmen der Küste. Wegen ihrer historischen Kulissen und des Lichts ist die Insel eine beliebte Filmkulisse; Szenen von Gladiator bis Game of Thrones entstanden hier. Kulturinteressierte besuchen das prähistorische Hypogäum von Ħal Saflieni (Voranmeldung nötig) und die Tempel von Tarxien. Wer im Sommer reist, sollte den lokalen Festa-Kalender prüfen – ein Dorffest ist einer der authentischsten Einblicke ins maltesische Leben.
Wie viele Tage braucht man für Malta?
5 bis 7 Tage genügen für die Höhepunkte auf Malta plus je einen Tag Gozo und Comino. Wer auch tauchen oder entspannen möchte, plant länger.
Spricht man auf Malta Englisch?
Ja, Englisch ist neben Maltesisch Amtssprache und wird praktisch überall gesprochen – das macht Malta besonders einfach zu bereisen.
Ist Malta ganzjährig ein gutes Ziel?
Für Kultur und Städtereisen ja, dank milder Winter. Zum Baden eignet sich Mai bis Oktober. Frühjahr und Herbst bieten den besten Kompromiss.
Braucht man ein Auto?
Nicht unbedingt – das Busnetz ist günstig und dicht. Ein Mietwagen bietet mehr Flexibilität, aber es herrscht Linksverkehr und in den Städten ist Parken schwierig.
