„Was kostet eine Kreuzfahrt?“ lässt sich nur ehrlich beantworten, wenn man Startpreis und Nebenkosten getrennt betrachtet. Genau das machen wir hier – neutral und ohne Schönrechnen, damit du dein echtes Reisebudget kennst.
Was ist im Startpreis enthalten?
Der beworbene Preis umfasst in der Regel die Kabine, Vollpension im Hauptrestaurant, das Bordprogramm und den Transport zwischen den Häfen. Nicht enthalten sind meist Getränke außerhalb der Grundversorgung, Spezialitätenrestaurants, Landausflüge, Trinkgeld/Serviceentgelt, WLAN sowie die An- und Abreise. Bei deutschen Anbietern wie Mein Schiff ist mehr inklusive, dafür ist der Startpreis höher.
Welche Nebenkosten kommen dazu?
- Serviceentgelt/Trinkgeld: etwa 10–18 € pro Person und Nacht, teils schon im Preis.
- Getränke: Paket oder Einzelabrechnung; ein Getränkepaket kostet häufig 30–60 € pro Tag.
- Landausflüge: je nach Ziel 40–150 € pro Person – oft auf eigene Faust günstiger.
- An-/Abreise: Flug oder Bahn; im westlichen Mittelmeer ist die Anreise ohne Flug oft möglich.
- WLAN: Tages- oder Wochenpakete, meist 10–30 € pro Tag.
Welche Kabine lohnt sich?
Wie spare ich am meisten?
Womit muss ich insgesamt rechnen?
Innen, außen oder Balkon – welche Kabine lohnt sich?
Die Innenkabine ist am günstigsten und für alle sinnvoll, die vor allem an Land unterwegs sind. Die Außenkabine bringt Tageslicht, die Balkonkabine einen privaten Sitzplatz mit Meerblick – ihr Aufpreis lohnt sich vor allem im inselreichen östlichen Mittelmeer und in der Adria, wo die Einfahrten zu den Häfen besonders schön sind. Suiten bieten mehr Platz und Extras, sind aber deutlich teurer.
Wie spare ich bei einer Mittelmeerkreuzfahrt?
Früh buchen sichert Kabinenwahl, Last-Minute kann Restplätze verbilligen. Die Nebensaison (Mai, Oktober) ist günstiger als der Hochsommer. Landausflüge auf eigene Faust, Verzicht auf Getränkepakete bei geringem Konsum und eine Anreise ohne Flug senken die Gesamtkosten spürbar.
Womit muss ich insgesamt rechnen?
Als Faustregel solltest du zum Startpreis noch einmal etwa 30 bis 50 Prozent für Nebenkosten und Anreise einplanen. Aus einer 700-Euro-Kreuzfahrt werden so schnell 1.000 Euro und mehr pro Person – wer bewusst plant, bleibt aber gut steuerbar. Den großen Überblick gibt der Kreuzfahrt-Ratgeber.
Früh buchen oder Last Minute – was ist günstiger?
Beides kann sich lohnen. Frühbucher zahlen bei beliebten Terminen und Kabinen oft weniger und sichern sich die freie Kabinenwahl – wichtig, wenn du eine bestimmte Lage (mittschiffs, hohes Deck, Balkon zur Sonnenseite) möchtest. Last-Minute-Angebote füllen dagegen Restplätze und sind günstig, wenn du flexibel bei Termin, Route und Kabine bist. Wer Kinder hat und an Schulferien gebunden ist, fährt mit Frühbuchung meist besser. Prüfe außerdem, ob Aktionen wie „Getränke inklusive“ oder „Serviceentgelt geschenkt“ den effektiven Preis senken – das ist oft mehr wert als ein kleiner Rabatt auf den Grundpreis.
Angebote fair vergleichen
Vergleiche nie nur den Startpreis. Rechne Serviceentgelt, ein realistisches Getränkebudget, geplante Landausflüge und die Anreise dazu – erst diese Summe macht Angebote vergleichbar. Eine deutschsprachige Reederei mit höherem Startpreis, aber vielen Inklusivleistungen, kann am Ende günstiger sein als ein niedriger Lockpreis mit vielen Zusatzkosten. Den großen Zusammenhang erklärt der Kreuzfahrt-Ratgeber, die saisonalen Preisunterschiede die Seite zur besten Reisezeit.
Ist das Trinkgeld verpflichtend?
Das Serviceentgelt wird automatisch aufs Bordkonto gebucht. Es lässt sich bei den meisten Reedereien anpassen; bei deutschen Anbietern ist es oft schon im Reisepreis enthalten.
Lohnt sich ein Getränkepaket?
Nur, wenn du regelmäßig Cocktails, Wein oder Spezialkaffees trinkst. Bei moderatem Konsum ist Einzelabrechnung günstiger.
Sind Landausflüge der Reederei teurer?
Meist ja, dafür wartet das Schiff bei Verspätung. In gut erreichbaren Häfen wie Barcelona oder Dubrovnik lohnt sich der Landgang auf eigene Faust.
