Wer griechische Inseln, antike Stätten und türkische Basare in einer Reise verbinden möchte, ist im östlichen Mittelmeer richtig. Das Revier ist etwas weiter von Deutschland entfernt als der Westen, belohnt aber mit einer außergewöhnlichen Dichte an Kultur und Traumkulissen.
| Revier | Ägäis, Ionisches Meer und Levantisches Meer zwischen Griechenland, Türkei, Zypern und Nahost |
|---|---|
| Typische Starthäfen | Piräus (Athen), daneben Istanbul sowie Triest oder Ravenna bei kombinierten Adria-Routen |
| Wichtige Anlaufhäfen | Mykonos, Santorin, Rhodos, Heraklion, Kuşadası, Korfu |
| Typische Dauer | 7 bis 11 Nächte, ein bis zwei Seetage pro Woche |
| Beste Reisezeit | Mai/Juni und September/Oktober; Meltemi von etwa Mitte Mai bis Mitte September |
| Flugzeit ab Deutschland | ca. 3 Stunden nach Athen |
| Währung | Euro in Griechenland und Zypern, Türkische Lira in der Türkei |
Welche Häfen und Inseln gehören dazu?
Ausgangspunkt ist meist Athen (Piräus). Von dort führen Routen zu den Kykladen (Mykonos, Santorin), nach Kreta, Rhodos und Korfu sowie an die türkische Küste (Kusadası für Ephesos, Izmir, Bodrum). Einzelne Fahrten binden Zypern, Israel oder Ägypten ein. Details zu jedem Landgang stehen in unseren Hafensteckbriefen.
Wie sind die Routen aufgebaut?
Typisch sind 7-Nächte-Runden ab Athen mit vier bis fünf Häfen sowie 10- bis 11-Nächte-Routen, die mehr Inseln oder die türkische Küste ergänzen. Weil die Wege zwischen den Inseln teils länger sind, gibt es mehr Seetage als im Westen – schön für alle, die auch Zeit an Bord genießen wollen.
Wann ist die beste Reisezeit?
Worin unterscheidet es sich vom Westen?
Kombination mit Landurlaub?
Was gehört zum östlichen Mittelmeer?
Wo legen die Schiffe an?
Was bedeutet der Meltemi?
Welche Papiere und Abgaben?
Zypern, Israel und Ägypten?
Wann ist die beste Reisezeit fürs östliche Mittelmeer?
Von Mai bis Oktober. Der Meltemi-Wind kann im Hochsommer über der Ägäis kräftig wehen; Juni und September sind angenehm warm und ruhiger. Eine monatsgenaue Einordnung findest du unter beste Reisezeit.
Osten oder Westen – was passt zu mir?
Der Westen punktet mit kurzer Anreise und Weltstädten, der Osten mit Inseln und Antike. Erstkreuzfahrer wählen oft den Westen; wer Griechenland und die Ägäis liebt, den Osten. Beide Reviere lassen sich auf langen Ost-West-Passagen sogar verbinden. Hintergründe im Kreuzfahrt-Überblick.
Landurlaub in Griechenland oder der Türkei anhängen
Weil die Landgänge kurz sind, lohnt sich ein Anschluss an Land – etwa in Griechenland oder der Türkei. So verbindest du den Überblick vom Schiff mit echten Inseltagen oder einem Städteaufenthalt.
Welche Landausflüge lohnen sich im Osten?
Ab Piräus erreicht man in einer knappen Stunde die Akropolis in Athen. Auf Santorin führt die Seilbahn von der Anlegestelle hinauf nach Fira, von wo Busse ins malerische Oia fahren. In Kusadası liegt das antike Ephesos nur 20 Minuten entfernt – eines der besterhaltenen antiken Stadtareale der Welt. Auf Rhodos lässt sich die mittelalterliche Altstadt zu Fuß erkunden, auf Kreta locken Knossos und Traumstrände. Zeitkritische Ziele wie Ephesos oder Knossos besser buchen; Inselstädte wie Rhodos oder Mykonos lassen sich problemlos allein entdecken.
Was macht den Charakter des östlichen Mittelmeers aus?
Der Osten steht für weiße Kykladendörfer, türkisfarbene Buchten, antike Tempel und orientalisches Flair an der türkischen Küste. Die etwas längeren Seewege und die Weite der Ägäis geben der Reise einen ruhigeren Rhythmus als im dicht getakteten Westen. Wer Inseln und Geschichte liebt, findet hier das eindrucksvollste Revier des Mittelmeers – ideal ergänzt durch die Profile der Mittelmeerinseln.
Was gehört geografisch zum östlichen Mittelmeer?
Das östliche Mittelmeer beginnt an der unterseeischen Schwelle zwischen Sizilien und Tunesien und reicht bis an die Küsten der Levante. Dazu zählen mehrere Nebenmeere: die Ägäis zwischen Griechenland und der Türkei, das Ionische Meer westlich von Griechenland, die Adria im Norden, das Marmarameer vor Istanbul, das Libysche Meer südlich von Kreta und das Levantische Meer vor Zypern, Israel und dem Libanon.
Unter der Oberfläche liegen das Ionische und das Levantische Becken, zwei der großen Tiefseebecken des Mittelmeers. Im Ionischen Becken südwestlich der Peloponnes befindet sich das Calypsotief mit rund 5.270 Metern, die tiefste Stelle des gesamten Mittelmeers. Für Kreuzfahrer bedeutet die Weite des Ostens vor allem eines: Zwischen manchen Häfen liegen längere Nachtpassagen, dafür ist die Inseldichte in der Ägäis so hoch wie nirgends sonst im Mittelmeer.
Wo legen die Schiffe an und wie kommst du in die Orte?
Die Häfen im Osten sind sehr unterschiedlich: Manche Schiffe liegen direkt an der Altstadt, andere ankern draußen und bringen dich per Tenderboot an Land.
Piräus
Athens Hafen ist der größte Kreuzfahrthafen Griechenlands und meist Start- oder Zielhafen. Bis zur Akropolis fährt man mit Metro, Taxi oder Shuttle; wer hier ein- oder ausschifft, plant am besten eine Übernachtung in Athen ein.
Santorin
Große Schiffe ankern in der Caldera, eine Pier gibt es für sie nicht. Tenderboote bringen die Gäste zum alten Hafen unterhalb von Fira, von dort geht es per Seilbahn oder zu Fuß über den langen Treppenweg hinauf. An Tagen mit mehreren Schiffen entstehen an der Seilbahn lange Schlangen, wer zuerst an Land geht, ist klar im Vorteil.
Mykonos
Die Schiffe liegen meist im neuen Hafen nördlich des Hauptorts. Ein Wasserbus und Shuttles verbinden ihn mit der Altstadt rund um Klein-Venedig und die Windmühlen.
Rhodos
Hier legst du direkt vor der mittelalterlichen Altstadt an, die seit 1988 zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Großmeisterpalast und die Ritterstraße sind in wenigen Gehminuten erreichbar, Lindos liegt rund eine Busstunde entfernt. Wer die Insel ausführlich kennenlernen möchte, findet auf unserem Schwesterportal rhodos.info alles für einen Inselurlaub.
Kuşadası und Heraklion
Kuşadası ist der Hafen für Ephesos, das seit 2015 auf der UNESCO-Welterbeliste steht – mit der rekonstruierten Fassade der Celsus-Bibliothek als Höhepunkt. Heraklion auf Kreta liegt nah am Stadtzentrum, der Palast von Knossos ist per Bus oder Taxi schnell erreichbar.
Was bedeutet der Meltemi für deine Kreuzfahrt?
Der Meltemi ist ein trockener Nordwind, der etwa von Mitte Mai bis Mitte September über die Ägäis weht. Er kommt meist bei klarem Himmel, ist am Nachmittag am stärksten und kann Windstärke 7 bis 8 erreichen; nachts flaut er oft ab, manchmal bläst er aber mehrere Tage am Stück.
Für dich hat das zwei Seiten: Der Wind kühlt die Sommerhitze angenehm herunter, macht die See aber unruhiger. Große Schiffe fahren trotzdem planmäßig, empfindliche Mägen spüren die Bewegung aber auf den langen Passagen. Kritisch wird es bei Tenderhäfen wie Santorin: Ist der Wellengang zu hoch, kann der Kapitän den Landgang absagen oder die Route ändern. Wer das Risiko verringern will, reist im Juni oder ab Mitte September. Eine Monatsübersicht mit Wassertemperaturen bietet unser Ratgeber zur besten Reisezeit für Kreuzfahrten.
Welche Papiere und Abgaben kommen auf dich zu?
Für Griechenland und Zypern genügt Deutschen der Personalausweis. Auch in die Türkei können deutsche Staatsangehörige laut Auswärtigem Amt mit Personalausweis oder Reisepass einreisen und für touristische Aufenthalte bis 90 Tage innerhalb von 180 Tagen visumfrei bleiben. Für Häfen in Israel oder Ägypten gelten eigene Regeln, die dir die Reederei vor der Reise mitteilt.
In Griechenland kommt seit Juli 2025 eine Abgabe für Kreuzfahrtgäste hinzu, die an Land gehen. Sie richtet sich nach Saison und Hafen und ist auf Santorin und Mykonos am höchsten – im Sommer 20 Euro pro Person und Anlauf, in den übrigen Häfen deutlich weniger. Weil eine Ostroute oft vier oder fünf griechische Häfen anläuft, summiert sich der Betrag. Die Reedereien rechnen ihn meist über den Reisepreis oder das Bordkonto ab. Bezahlt wird in Griechenland mit Euro, in der Türkei mit Lira, wobei Karten in den Hafenstädten fast überall akzeptiert werden.
Wie sieht es mit Zypern, Israel und Ägypten aus?
Längere Routen von 10 bis 14 Nächten führen über die Ägäis hinaus ins Levantische Meer. Typische Ziele sind Limassol auf Zypern, Haifa oder Aschdod in Israel sowie Alexandria oder Port Said in Ägypten. Diese Häfen ermöglichen Ausflüge nach Jerusalem, zu den Pyramiden von Gizeh oder in die Altstadt von Nikosia – allerdings mit langen Busfahrten.
Die Lage im Nahen Osten ist seit Jahren wechselhaft, und Reedereien streichen oder ändern Häfen in der Region teils kurzfristig. Informiere dich vor der Buchung über die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts und prüfe, was deine Reederei bei Routenänderungen zusagt. Wer Ägypten in Ruhe erleben möchte, findet auf unserer Seite zu Ägypten und auf dem Schwesterportal aegypten.de Ideen für eine eigene Reise.
Wie viele Seetage gibt es?
Meist ein bis zwei pro Woche, je nach Route etwas mehr als im Westen, weil die Inseln weiter auseinanderliegen. Das gibt Zeit, das Schiff und die See zu genießen.
Sind Santorin und Mykonos immer dabei?
Sehr häufig, aber nicht immer. Prüfe die konkrete Route – manche Fahrten setzen stärker auf Kreta, Rhodos oder die türkische Küste.
Ist die Anreise aufwändig?
Etwas länger als im Westen, meist per Flug nach Athen. Dafür entschädigt die Dichte an Inseln und antiken Stätten.
Kann ein Landgang auf Santorin ausfallen?
Ja, weil große Schiffe dort nur per Tenderboot ausbooten. Bei starkem Meltemi oder hohem Wellengang kann der Kapitän den Landgang absagen; im Juni und ab Mitte September ist das Risiko geringer.
Brauche ich für die Türkei einen Reisepass?
Nein, laut Auswärtigem Amt reicht für deutsche Staatsangehörige auch der Personalausweis. Touristische Aufenthalte bis 90 Tage innerhalb von 180 Tagen sind visumfrei; prüfe kurz vor der Reise die aktuellen Hinweise.
