Wenn man an Ägypten denkt, kommen zuerst Pyramiden, Nil und Rotes Meer in den Sinn. Doch das Land hat auch eine lange Mittelmeerküste, an der sich Geschichte und Badeleben treffen: die Weltstadt Alexandria, die Schlachtfelder von El Alamein und die türkisfarbenen Strände der „North Coast“, wo die ägyptische Oberschicht ihre Sommer verbringt. Dieser Guide ordnet die Mittelmeerseite Ägyptens ein – ausführliche Reiseprofile zu Nil, Kairo und dem Roten Meer findest du auf aegypten.de.
Was gibt es an Ägyptens Mittelmeerküste?
Die Küste gliedert sich grob in drei Abschnitte:
- Alexandria: die zweitgrößte Stadt des Landes, einst Zentrum der antiken Welt mit dem berühmten Leuchtturm und der Bibliothek – heute eine mediterrane Metropole mit Corniche, Fort Qaitbay und der modernen Bibliotheca Alexandrina.
- North Coast (Sahel): zwischen Alexandria und Marsa Matruh reihen sich Ferienresorts mit weißem Sand und türkisem Wasser – im Hochsommer das Urlaubsziel der Kairoer.
- Marsa Matruh & Umgebung: Badebuchten wie Agiba Beach und Cleopatra’s Beach, dazu die Kriegsgräberstätten von El Alamein.
Wann ist die beste Reisezeit für Ägyptens Küste?
Für Badeurlaub an der Mittelmeerküste eignet sich der Sommer (Mai bis Oktober) – anders als am Roten Meer oder in Oberägypten, wo der Sommer extrem heiß ist. Im Juli und August ist die North Coast am belebtesten. Das Mittelmeer bleibt hier auch im Frühherbst angenehm warm. Für Kultur in Alexandria sind Frühling und Herbst am mildesten. Eine allgemeine Orientierung bietet der Ratgeber zur besten Reisezeit.
Wie komme ich an Ägyptens Mittelmeerküste?
Was lohnt sich in Alexandria?
Kann man Mittelmeer und Nil verbinden?
Was isst man in Ägypten?
Welche Orte lohnen sich neben der Küste?
Wie komme ich an Ägyptens Mittelmeerküste?
Alexandria hat einen eigenen Flughafen (Borg El Arab) und ist von Kairo aus in gut zwei Stunden per Zug oder Auto erreichbar. Viele Reisende kombinieren einen Aufenthalt in Kairo mit einem Abstecher ans Mittelmeer. Alexandria ist zudem ein Anlaufhafen mancher Kreuzfahrten im östlichen Mittelmeer, von wo aus Ausflüge zu den Pyramiden von Gizeh angeboten werden. Für Flüge, Nilkreuzfahrten und Pauschalpakete lohnt der Blick auf aegypten.de.
Was lohnt sich in Alexandria?
Alexandria, von Alexander dem Großen gegründet, ist ein Freilichtmuseum mediterraner Geschichte. Höhepunkte sind das Fort Qaitbay auf den Fundamenten des antiken Leuchtturms, die Katakomben von Kom el-Shoqafa, die Säule des Pompeius und die moderne Bibliotheca Alexandrina, die an die legendäre antike Bibliothek erinnert. Die kilometerlange Corniche mit ihren Cafés und die Fischrestaurants am Hafen machen die Stadt zu einem lohnenden Kontrast zum trubeligen Kairo.
Strände und Badeleben
Die North Coast (arabisch „Sahel“) überrascht mit karibisch anmutendem Wasser. Rund um Marsa Matruh liegen Buchten wie Agiba Beach und Cleopatra’s Beach mit türkisem Meer und hellem Sand. Viele Strandresorts sind allerdings auf ägyptische Feriengäste ausgerichtet und im Winter geschlossen. Wer klassischen Badeurlaub mit Tauchen sucht, ist am Roten Meer (Hurghada, Marsa Alam) besser aufgehoben – auch dazu informiert aegypten.de.
Mittelmeer und Nil verbinden
Eine reizvolle Rundreise verbindet Kairo (Pyramiden, Ägyptisches Museum), Alexandria am Mittelmeer und eine Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan. So erlebt man in zwei Wochen die mediterrane, die urbane und die pharaonische Seite Ägyptens. Die Küste eignet sich dabei als kühlerer, entspannter Abschluss oder Auftakt einer Kulturreise.
Was isst man in Ägypten?
Die ägyptische Küche ist herzhaft und günstig: Koshari (Linsen, Reis, Nudeln), Ful und Falafel (Ta’amiya), gegrillter Fisch und Meeresfrüchte an der Küste, dazu Fladenbrot und Tahini. In Alexandria sind die Fischrestaurants am Hafen berühmt, wo man sich den frischen Fang aussucht. Dazu trinkt man Tee (Shai) oder Hibiskussaft (Karkade). Am authentischsten isst man in den lokalen Lokalen abseits der Hotels.
El Alamein und die Geschichte des Nordens
Ägyptens Mittelmeerküste war Schauplatz einer der entscheidenden Schlachten des Zweiten Weltkriegs. Bei El Alamein, rund 100 Kilometer westlich von Alexandria, stoppten die Alliierten 1942 den Vormarsch der Achsenmächte. Heute erinnern große Soldatenfriedhöfe und ein Museum an die Ereignisse – ein bewegender Halt für Geschichtsinteressierte. Noch weiter zurück reicht die Bedeutung Alexandrias: Als Hauptstadt der Ptolemäer und Zentrum des Hellenismus war die Stadt jahrhundertelang die intellektuelle Metropole des Mittelmeers, Heimat von Gelehrten, der legendären Bibliothek und des Leuchtturms, der zu den Sieben Weltwundern zählte. Die griechisch-römische Vergangenheit ist bis heute in Museen und Ausgrabungen präsent.
Ausflüge ab der Küste
Von Alexandria und der North Coast aus lassen sich viele Ziele erkunden. Ein Tagesausflug führt nach Kairo mit den Pyramiden von Gizeh und dem neuen Grand Egyptian Museum. Westlich locken die Oase Siwa mit ihren Quellen und dem Orakel des Amun (allerdings eine längere Fahrt) sowie die Strände und Kriegsstätten von El Alamein. Wer mehr Zeit hat, verbindet die Küste mit einer Nilkreuzfahrt im Süden. So entsteht eine Rundreise, die Mittelmeer, Metropole, Wüste und Pharaonenerbe vereint.
Wo übernachten und wie lange?
In Alexandria reihen sich Hotels entlang der Corniche mit Meerblick, von historischen Häusern bis zu modernen Türmen. An der North Coast dominieren Ferienanlagen, die vor allem im Sommer geöffnet sind. Für Stadt und Küste genügen zwei bis drei Tage; wer Ägypten umfassend erleben will, plant zusätzlich Kairo und eine Nilkreuzfahrt ein und kommt so auf zehn bis 14 Tage. Die mediterrane Küste eignet sich dabei als entspannter, kühlerer Auftakt oder Abschluss einer Kulturreise.
Sicherheit und Reisehinweise
Die touristischen Zentren – Kairo, Alexandria, die North Coast, Luxor/Assuan und die Rotmeer-Resorts – gelten als sicher und werden stark bereist. Für Grenzregionen (etwa die westliche Wüste zu Libyen und Teile des Nordsinai) bestehen jedoch Reisewarnungen. Prüfe vor der Reise stets die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts und buche Ausflüge über etablierte Anbieter.
Mittelmeer-Kultur in Ägypten
Ägyptens Norden ist kulturell eng mit dem übrigen Mittelmeerraum verwoben. Alexandria war über Jahrhunderte griechisch und römisch geprägt und ein Schmelztiegel von Kulturen und Religionen. Diese Vergangenheit spiegelt sich in den Katakomben, dem griechisch-römischen Museum und der kosmopolitischen Atmosphäre der Stadt, in der bis ins 20. Jahrhundert Griechen, Italiener und Levantiner lebten. Auch kulinarisch und architektonisch wirkt der mediterrane Einfluss nach. Wer Ägypten über die Pharaonen hinaus verstehen möchte, findet an der Küste eine andere, europäisch geprägte Seite des Landes – ein spannender Kontrast zur pharaonischen und islamischen Kultur des Nils und Kairos, die ausführlich auf aegypten.de beschrieben ist.
Welche Orte lohnen sich in Ägypten neben der Küste?
Am Mittelmeer ist Alexandria das wichtigste Ziel, die großen Pharaonenstätten liegen dagegen am Nil. Ein kurzer Überblick mit Mittelmeer-Bezug – ausführliche Reiseprofile zu allen Orten bietet unser Schwesterportal aegypten.de:
- Alexandria: Die 331 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründete Hafenstadt war Standort des Pharos, eines der sieben antiken Weltwunder, das durch Erdbeben zerstört wurde. Auf seinen Fundamenten ließ Sultan Qaitbay im 15. Jahrhundert die heutige Festung errichten, teils aus den Steinen des alten Leuchtturms. Neben der 2002 eröffneten Bibliotheca Alexandrina lohnen das römische Theater von Kom el-Dikka mit seinen Marmorrängen, die über 25 Meter hohe Pompeiussäule, die Katakomben von Kom el-Shoqafa und die Abu-el-Abbas-Moschee am Hafen. Das Griechisch-Römische Museum mit rund 40.000 Objekten ist nach 18 Jahren Renovierung seit Oktober 2023 wieder geöffnet. Ausflüge führen zu den koptischen Klöstern im Wadi Natrun und an die Küste bei Marsa Matruh.
- Kairo: Die Hauptstadt ist die größte Stadt der arabischen Welt; ihre islamische Altstadt mit Zitadelle, Muhammad-Ali-Moschee, Al-Azhar-Moschee und dem Basar Khan el-Khalili zählt seit 1979 zum UNESCO-Welterbe.
- Gizeh: Am Stadtrand von Kairo stehen die Pyramiden von Cheops, Chephren und Mykerinos sowie die Große Sphinx. Rund zwei Kilometer entfernt zeigt das im November 2025 offiziell eröffnete Grand Egyptian Museum erstmals den kompletten Grabschatz des Tutanchamun.
- Luxor: Das antike Theben mit den Tempeln von Karnak und Luxor ist Ausgangs- oder Endpunkt vieler Nilkreuzfahrten, die auf unserem Netzportal nilkreuzfahrten.com ausführlich beschrieben sind.
- Tal der Könige: Am Westufer von Luxor liegen die Felsgräber der Pharaonen des Neuen Reiches, darunter das Grab des Tutanchamun. Aus konservatorischen Gründen ist jeweils nur ein Teil der Gräber geöffnet.
Wer die antike Seite Alexandrias in den größeren Zusammenhang stellen möchte, findet auf unserer Seite zur Antike und zum UNESCO-Welterbe am Mittelmeer weitere Stätten der hellenistischen und römischen Welt.
Lohnt sich Ägyptens Mittelmeerküste für einen Badeurlaub?
Für einen kulturell gerahmten Sommeraufenthalt in Alexandria und an der North Coast ja. Für klassischen, ganzjährigen Strand- und Tauchurlaub ist das Rote Meer (Hurghada, Marsa Alam) besser geeignet.
Wie weit ist Alexandria von Kairo?
Rund 220 Kilometer, gut zwei bis drei Stunden per Zug oder Auto. Ein Tagesausflug ist möglich, für Stadt und Küste lohnt sich aber eine Übernachtung.
Braucht man ein Visum für Ägypten?
Für die meisten Reisenden ist ein Visum erforderlich, das als e-Visa oder bei Ankunft erhältlich ist. Die aktuellen Bestimmungen und Details findest du auf aegypten.de und beim Auswärtigen Amt.
Kann man Alexandria auf einer Kreuzfahrt besuchen?
Ja, einige Routen im östlichen Mittelmeer laufen Alexandria an, oft mit optionalem Ausflug nach Kairo und zu den Pyramiden von Gizeh.
Klima und Baden am ägyptischen Mittelmeer
Anders als der Rest Ägyptens hat die Mittelmeerküste ein mediterranes Klima mit milden, feuchteren Wintern und heißen, trockenen Sommern. Im Hochsommer sorgt die Meeresbrise für erträgliche Temperaturen, während das Landesinnere und Oberägypten glühen. Das Wasser ist von Juni bis Oktober angenehm warm zum Baden. Der Winter an der Küste ist mild, aber mit gelegentlichem Regen und zu kühl fürs Meer – die meisten Strandresorts der North Coast schließen dann. Für einen kombinierten Kultur- und Badeurlaub ist der frühe Herbst ideal: Das Meer ist warm, die größte Hitze vorbei, und in Alexandria lässt es sich angenehm durch die Straßen und Museen bummeln. Wer ganzjährig baden möchte, weicht auf das Rote Meer aus.
