Bunte Häuser an Steilhängen, Terrassenweinberge und Hafenmauern im Meer: Die Cinque Terre gehören zu den bekanntesten Küstenlandschaften des Mittelmeers. Die fünf Dörfer sind seit jeher über das Wasser und über schmale Pfade verbunden, die erst spät eine Straße bekamen. Das erklärt, warum sich Orte und Weinberge so wenig verändert haben.
Diese Seite hilft bei der Planung: Wie kommen Sie hin, wie bewegen Sie sich zwischen den Dörfern, welche Wege sind offen, wann ist weniger los, und was lohnt sich in jedem Ort? Zu Fahrplänen, Preisen und Zugängen informieren Sie sich vor der Reise bei den Betreibern, da sich Regeln und Wege ändern. Stand: Oktober 2026.
| Lage | Ligurien, Italienische Riviera di Levante, nordwestlich von La Spezia |
|---|---|
| Dörfer | Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola, Riomaggiore |
| Schutzstatus | UNESCO-Welterbe, Nationalpark |
| Fortbewegung | Regionalzug, Wanderwege, Fähren (witterungsabhängig), keine Autos in den Dörfern |
| Beste Reisezeit | April bis Juni, September bis Oktober |
Wo liegen die Cinque Terre, und was macht sie besonders?
Welche Dörfer gibt es, und worin unterscheiden sie sich?
Wie kommen Sie zu den Cinque Terre?
Welche Wanderwege gibt es?
Wie funktioniert die Cinque Terre Card?
Wann ist die beste Reisezeit?
Was isst und trinkt man in den Cinque Terre?
Welche Orte in der Umgebung lohnen sich?
Was nehmen Sie mit, und worauf achten Sie?
Wie weichen Sie dem Andrang aus?
Wo liegen die Cinque Terre, und was macht sie besonders?
Die Cinque Terre liegen im Ligurischen Meer zwischen Genua und La Spezia. Die Region zählt zum UNESCO-Welterbe und steht als Nationalpark unter Schutz. Steile Hänge fallen hier direkt ins Meer, und ihre Terrassen sind mit Trockensteinmauern gestützt, die über Jahrhunderte von Hand gebaut wurden. Auf den Terrassen wachsen Reben, Oliven und Zitronen. Die Dörfer entstanden an den wenigen Stellen, an denen Täler das Meer erreichen.
Welche Dörfer gibt es, und worin unterscheiden sie sich?
Jedes Dorf hat einen eigenen Charakter, und die meisten Besucher kombinieren mehrere.
| Dorf | Charakter | Besonderheit |
|---|---|---|
| Monterosso al Mare | größtes Dorf, Strandort im Westen | breitester Strand der Region, Altstadt und Neustadt |
| Vernazza | malerischer Hafen, Burgturm | kleine Piazza am Meer, oft als schönstes Dorf bezeichnet |
| Corniglia | auf einem Felsen, kein direkter Zugang zum Meer | erreichbar über eine lange Treppe oder per Shuttlebus |
| Manarola | Häuser auf einer Felsnase | bekannter Fotoblick, Weinbau, kleine Badestelle |
| Riomaggiore | am östlichen Ende | enge Gassen, kleiner Hafen, Zugang zum Küstenweg |
Corniglia ist das einzige Dorf, das nicht direkt am Wasser liegt. Wer es besichtigt, steigt am Bahnhof eine Treppe mit vielen Stufen oder nimmt den Shuttlebus. Monterosso bietet als einziges Dorf einen größeren Sandstrand mit Liegen. In Vernazza und Manarola badet man von Felsen und kleinen Buchten aus.
Wie kommen Sie zu den Cinque Terre?
Der wichtigste Anschluss ist die Bahnlinie von La Spezia über die fünf Dörfer nach Levanto. Die Züge sind regional und halten in jedem Dorf. Fernzüge bis La Spezia, Genua oder Pisa sind der Startpunkt. Von dort steigen Sie auf Regionalzüge um. Der nächste größere Flughafen ist Pisa, weitere liegen in Genua und Florenz. Wie Sie nach Italien kommen, beschreibt die Seite Anreise ans Mittelmeer.
Mit dem Auto ist die Region schwierig. Die Dörfer sind autofrei oder kaum erreichbar, Parkplätze oberhalb der Orte sind knapp und teuer. Reisende parken meist in La Spezia oder an Bahnhöfen außerhalb und fahren mit dem Zug weiter. Zwischen April und Oktober verkehren Boote zwischen den Dörfern, die bei Wellengang ausfallen. Einen Überblick über Seeverbindungen gibt die Seite zu den Fähren im Mittelmeer.
Welche Wanderwege gibt es?
Die Cinque Terre sind ein Wandergebiet mit zwei Arten von Wegen: dem Küstenweg zwischen den Dörfern und den Höhenwegen über den Terrassen.
- Sentiero Azzurro (Blauer Weg): der klassische Küstenweg zwischen allen fünf Dörfern. Er verläuft auf Pfaden und Treppen und ist je nach Abschnitt leicht bis anspruchsvoll.
- Höhenwege: Sie führen oberhalb der Dörfer durch Weinberge und Wald, sind länger und mit mehr Höhenmetern verbunden, bieten dafür Aussicht und weniger Menschen.
- Via dell’Amore: Der Abschnitt zwischen Riomaggiore und Manarola war nach einem Erdrutsch viele Jahre gesperrt und wurde mittlerweile wieder geöffnet. Zugangsregeln und Gebühren können sich ändern.
Einzelne Abschnitte der Wege sind wegen Erdrutschen oder Bauarbeiten immer wieder gesperrt oder nur mit Ticket zugänglich. Informieren Sie sich vor der Wanderung beim Nationalpark über den aktuellen Stand. Tragen Sie feste Schuhe, nehmen Sie Wasser mit und starten Sie früh, damit Sie in der Hitze des Tages nicht unterwegs sind. Bei Regen sind die Pfade rutschig.
Wie funktioniert die Cinque Terre Card?
Für Wanderwege und Züge gibt es Karten, die Eintritt und Fahrten bündeln. Die Variante für Wanderwege gilt für die Küstenwege, die Variante mit Zügen schließt die Nutzung der Regionalzüge zwischen La Spezia und Levanto ein. Preise und Gültigkeit legt der Nationalpark fest und ändern sich. Kaufen Sie die Karte an Bahnhöfen, in Besucherzentren oder online beim Park, nicht über inoffizielle Anbieter.
Rechnen Sie Ihre Tage durch: Wer mehrere Wege geht und häufig Zug fährt, fährt mit der Kombikarte günstiger als mit Einzeltickets. Wer nur ein Dorf besichtigt, kauft einfache Zugtickets.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die Region ist von April bis Oktober am schönsten. Im Mai und Juni ist es warm und grün, im September ist das Meer am wärmsten, und die Wege sind weniger voll. Juli und August sind heiß und überlaufen. Im Winter sind viele Lokale geschlossen, die Wege oft nass und teilweise gesperrt, doch die Dörfer sind ruhiger.
Planen Sie mindestens zwei Nächte ein, damit Sie die Dörfer auch am Morgen und am Abend erleben, wenn die Tagesausflügler fort sind. Weitere Hinweise zur Wahl des Monats finden Sie auf der Seite zur besten Reisezeit fürs Mittelmeer.
Was isst und trinkt man in den Cinque Terre?
Die ligurische Küche beruht auf Olivenöl, Basilikum, Fisch und Gemüse. Berühmt sind Pesto alla genovese mit Trofie, kleinen gedrehten Nudeln, Focaccia, gefüllte Muscheln und eingelegte Sardellen aus Monterosso. Zu den lokalen Weinen zählt der Cinque Terre DOC, ein trockener Weißwein, und der süße Sciacchetrà aus getrockneten Trauben, der in kleinen Mengen produziert wird. Der Weinbau an den Steilhängen ist Handarbeit.
Restaurants bieten oft Fisch und Meeresfrüchte, die Preise sind in den Hauptorten höher als in den Nachbarorten. Weitere regionale Gerichte Italiens und anderer Länder finden Sie in der Rubrik Typische Gerichte.
Welche Orte in der Umgebung lohnen sich?
Östlich der Cinque Terre liegt Portovenere, ein farbenfrohes Hafenstädtchen mit Burg, Kirche San Pietro am Felsen und Bootsfahrten zu den Inseln Palmaria, Tino und Tinetto. Westlich liegen Levanto, ein ruhiger Badeort mit Strand und Altstadt, und die Orte der Riviera di Levante bis nach Genua. La Spezia, die Hafenstadt, ist ein guter Ausgangspunkt mit Marinemuseum und günstigeren Unterkünften.
Wer mehr Zeit hat, kombiniert die Cinque Terre mit einer Rundreise durch Italien. Hinweise zum Land und seinen Regionen finden Sie auf der Länderseite Italien.
Was nehmen Sie mit, und worauf achten Sie?
Feste Schuhe mit Profil sind das Wichtigste, weil Treppen und Pfade steil und nach Regen rutschig sind. Dazu kommen ausreichend Wasser, Sonnenschutz, Kopfbedeckung und eine leichte Regenjacke. Nehmen Sie Bargeld für kleine Einkäufe mit und laden Sie Fahrpläne und Karten vorab aufs Handy, denn der Empfang ist in den Schluchten nicht überall gut.
Rechnen Sie bei Wanderungen mit Pausen und Rückwegen. Planen Sie zwischen den Dörfern die Rückkehr mit dem Zug ein, falls ein Abschnitt gesperrt ist oder das Wetter umschlägt. In der Hitze sollten Sie auf Wanderungen zur Mittagszeit verzichten.
Wie weichen Sie dem Andrang aus?
In der Hochsaison kommen sehr viele Tagesgäste, auch mit Kreuzfahrtschiffen aus La Spezia und Genua. Vermeiden Sie Spitzenzeiten, indem Sie früh am Morgen oder am späten Nachmittag in den Dörfern sind.
- Besuchen Sie die Dörfer in der Nebensaison oder unter der Woche.
- Wählen Sie Wege abseits des Küstenwegs, etwa die Höhenwege.
- Übernachten Sie in einem der Dörfer oder in Levanto, La Spezia oder Portovenere.
- Besichtigen Sie ein weniger besuchtes Dorf wie Corniglia oder Riomaggiore zuerst.
- Prüfen Sie bei Kreuzfahrten, welche Landausflüge für Ihren Anlaufhafen angeboten werden. Eine Übersicht bietet die Seite zum westlichen Mittelmeer.
Die Steilhänge sind empfindlich: Starkregen kann Erdrutsche und Überschwemmungen in den Tälern auslösen. Bleiben Sie bei Warnungen vor Starkregen aus den Tälern und von den Wegen fern.
Wie viele Tage braucht man für die Cinque Terre?
Ein Tag genügt für einen Eindruck, zwei bis drei Tage erlauben Wanderungen, ruhigere Morgen und Abende und einen Badetag.
Ist ein Auto in den Cinque Terre sinnvoll?
Nein. Die Dörfer sind kaum mit dem Auto erreichbar und Parkplätze sind knapp. Zug und Boot sind einfacher.
Kann man in den Cinque Terre baden?
Ja. In Monterosso gibt es einen Sandstrand, in Vernazza, Manarola und Riomaggiore baden Sie von Felsen und kleinen Buchten aus.
Sind die Wanderwege immer offen?
Nein. Einzelne Abschnitte sind zeitweise wegen Erdrutschen, Wetter oder Bauarbeiten gesperrt. Prüfen Sie den Stand beim Nationalpark vor der Tour.
