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Costa Smeralda

Costa Smeralda
Die Costa Smeralda liegt an der Nordostküste Sardiniens in der Gemeinde Arzachena, rund 25 Kilometer von Olbia. Hier entstand ab den 1960er-Jahren ein Ferienort mit Porto Cervo als Hauptort. Dazu gehören Strände wie Grande Pevero und Capriccioli, Nuraghen und Gigantengräber im Umland und der Nationalpark La Maddalena mit mehr als 60 Inseln.

Die Costa Smeralda ist das bekannteste Ferienziel Sardiniens und dennoch mehr als eine Küste für Jachten. Rosa Granit, Macchia und flache Buchten prägen die Landschaft, und im Hinterland stehen Gräber und Wehrbauten aus der Bronzezeit. Vor der Küste beginnt der Archipel von La Maddalena, ein Nationalpark mit Inseln, Delfinen und einem der berühmtesten Strände des Mittelmeers, den Sie nicht betreten dürfen.

Diese Seite führt durch Lage, Orte, Strände, Archäologie, Nationalpark, Natur und Anreise. Zugangsregeln, Fahrpläne und Marktzeiten ändern sich, prüfen Sie sie vor der Reise.

LageNordostsardinien, Gallura, Gemeinde Arzachena
HauptortPorto Cervo
EntfernungArzachena liegt 25 Kilometer von Olbia
NationalparkArchipel La Maddalena, seit 1994
BesonderheitRosa Strand auf Budelli, Betreten verboten

Wo liegt die Costa Smeralda, und wie entstand sie?

Die Costa Smeralda liegt in Gallura im Nordosten Sardiniens und gehört zur Gemeinde Arzachena, die 25 Kilometer von Olbia entfernt liegt. Die Gemeinde hat im Winter rund 14.000 Einwohner und ungefähr ebenso viele Gästebetten. Sie besteht erst seit 1922 und ist damit vergleichsweise jung. Bis ins 17. Jahrhundert war die Siedlung nur eine kleine Gruppe von Häusern um die Kirche Santa Maria.

Der Ferienort entstand ab den 1960er-Jahren, als Prinz Karim Aga Khan IV. Land an diesem Küstenabschnitt kaufte und zum exklusiven Ferienort ausbaute. Das Granitgestein prägt bis heute die Altstadt von Arzachena, denn die Gewinnung von Granit ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Weitere Standbeine sind der Weinbau mit dem Vermentino di Gallura, die Bootsvermietung und die Häfen. Alte Bauernhöfe, die Stazzi, wurden zu Pensionen und Ferienhöfen umgebaut. Allgemeines zur Insel steht auf der Seite Sardinien, zum Land auf der Seite Italien.

Welche Orte gehören zur Costa Smeralda?

OrtCharakter
ArzachenaHauptort der Gemeinde, Granit, Symbol ist der Pilzfelsen „Il Fungo“
Porto CervoHauptort der Costa Smeralda, Jachten, Läden, zwei Häfen
Baja SardiniaEingang in den mondänen Teil, Hotels und Villen im Grünen
Cannigionefrüher Fischerdorf, heute Ferienort
Poltu Quatumoderner Jachthafen in einer fjordartigen Bucht zwischen rosa Granit
Porto Rotondoweiterer mondäner Ferienort
Liscia di Vaccaeines der ältesten Dörfer der Küste
San PantaleoDorf zwischen Granitfelsen, Markt am Donnerstagvormittag

In Arzachena stehen auf dem Platz Garibaldi das Rathaus und die Kirche Santa Maria della Neve aus dem 18. Jahrhundert. Der Pilzfelsen Monti Incappiddhatu, „Il Fungo“, ist das Symbol der Stadt, vom Wind geformt und mit weitem Blick von seinem Gipfel.

Porto Cervo besitzt eine historische Piazzetta mit Restaurants und Bars, daneben Läden und Boutiquen. Es gibt zwei Häfen: den alten, La Marina, in dem große Kreuzfahrtjachten liegen, und den neueren, dichter belegten Hafen. Über dem Ort steht die Kapelle Stella Maris, entworfen vom Architekten Michele Busiri Vici, mit Rundblick. Der Ort ist seit den 1960er-Jahren ein Ziel für Luxusurlaub.

San Pantaleo liegt zwischen Tafoni, vom Wind ausgewaschenen Granitfelsen. Der Markt findet vom 1. Mai bis 15. Oktober donnerstagvormittags statt. Von der Mündung des Flusses Liscia aus, wo im Frühling der Dünensand rosa schimmert, wenn die Strandnelke blüht, ist es nicht weit zu den Naturschutzzonen.

Welche Strände sind sehenswert?

Die Küste besteht aus vielen kleinen Buchten, die sich in Charakter und Ausstattung unterscheiden:

StrandMerkmal
Grande Peverogroße halbmondförmige Bucht mit weißem Sand
Piccolo Peverokleiner, etwa halb so lang wie Grande Pevero
Cala Granufeiner Sand, klares Wasser, bei Baja Sardinia
Cala Battistonifeiner Sand, klares Wasser, bei Baja Sardinia
RomazzinoBucht mit mehreren kleinen Einschnitten
Poltu di li Cogghj (Prinzenstrand)feiner Sand, durch rosa Felsen geteilt, früher Lieblingsstrand des Aga Khan
La CelviaLandzunge mit Muschelbruch und Quarzstaub
Cala di Volpekleiner Hafen, Drehort eines James-Bond-Films
Capricciolismaragdgrünes Wasser
Ea Bianca (Cala dei Ginepri)Strand mit Wacholder

Die Inseln Li Nibani liegen gegenüber dem Strand Pevero. Das Wasser an den Stränden ist im Sommer warm, mehr zur Wassertemperatur steht auf der Seite Wassertemperatur im Mittelmeer.

Welche archäologischen Stätten gibt es im Umland?

Wer die Küste verlässt, findet im Hinterland von Arzachena Stätten der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Sie liegen nah beieinander und lassen sich gut in einem halben Tag mit dem Auto verbinden:

  • Li Muri ist die älteste und bekannteste Stätte, eine Nekropole aus dem späten 4. Jahrtausend vor Christus mit Kreisgräbern.
  • Der Pilzfelsen Il Fungo im Stadtzentrum wurde seit der jüngeren Jungsteinzeit genutzt.
  • Die Nuraghe Albucciu, ein Wehrturm der Bronzezeit mit Gang, steht in einem Olivenhain, daneben liegen Reste eines Dorfes. Etwa 80 Meter entfernt liegt das Grab Moru, ursprünglich ein Galeriegrab, später zum Gigantengrab umgebaut.
  • Der Tempel Malchittu diente vermutlich Ritualen.
  • La Prisgiona im Tal von Capichera ist eine Nuraghe mit drei Kammern und einem Dorf aus etwa 100 Hütten.
  • Das Gigantengrab Coddu Vecchiu entstand in Phasen zwischen der frühen und mittleren Bronzezeit und besitzt eine 4 Meter hohe Stele.
  • Das Gigantengrab Li Lolghi ist ganz aus Granit gebaut. Die Grabkammer ist 27 Meter lang, die Exedra 26 Meter.

Auskunft über Öffnungszeiten und Eintritt geben die Gemeinde und die Betreiber der Stätten. Tragen Sie festes Schuhwerk, denn die Wege führen über Granit und Macchia.

Was ist der Nationalpark La Maddalena?

Der Nationalpark Arcipelago di La Maddalena entstand 1994 durch das Gesetz Nr. 10 vom 4. Januar 1994 und ist der erste Nationalpark Sardiniens. Er umfasst 5.100 Hektar Land und 15.046 Hektar Meer, zusammen 20.146 Hektar. Die Inseln liegen in den Bocche di Bonifacio, der Meerenge zwischen Sardinien und Korsika, mehr dazu auf der Seite Korsika. Zum Park gehören mehr als 60 Inseln und Felsen aus Granit und Schiefer, die größten sind Budelli, Caprera, Razzoli, Santa Maria, Santo Stefano und Spargi. Die Küstenlinie des Archipels misst etwa 180 Kilometer.

La Maddalena ist die einzige bewohnte Stadt des Archipels, gegründet 1770 und lange ein Marinestützpunkt. Caprera ist über den Damm Passo della Moneta, etwa 600 Meter lang, mit ihr verbunden. Giuseppe Garibaldi lebte auf Caprera die letzten 26 Jahre seines Lebens, das Compendio Garibaldino zeigt sein Leben. In Stagnali gibt es Zentren für Umweltbildung und Walforschung sowie ein Mineralien- und ein Meeresmuseum. Ein Museum trägt den Namen Nino Lamboglia. Napoleon Bonaparte und Admiral Nelson interessierten sich für die strategische Lage des Archipels.

Die Natur ist artenreich: Fast 1.000 Pflanzenarten kommen vor, etwa 50 davon sind endemisch. Die Edle Steckmuschel Pinna nobilis, die größte Muschel des Mittelmeers, lebt hier. Delfine, vor allem Große Tümmler, treten manchmal in Gruppen von rund 30 Tieren auf, Meeresschildkröten der Art Caretta caretta sieht man häufig. Zu den Vögeln zählen die Korsenmöwe und die Krähenscharbe. Der Archipel ist ein Schutzgebiet für Wale und Delfine. Mehr zu Tieren steht auf der Seite Flora und Fauna.

Bootstouren starten in Baja Sardinia, La Maddalena, Palau und Santa Teresa Gallura. Von Palau fährt eine Fähre nach La Maddalena, die übrigen Inseln erreichen Sie mit dem eigenen Boot. Der Zutritt zum Park ist frei, doch Boot fahren, Fischen und Tauchen benötigen eine Genehmigung. Tauchplätze sind die Riffe Spargiotello und Washington, Punta Coticcio und die Grotte San Francesco. Mehr zum Tauchen steht auf der Seite Tauchen im Mittelmeer.

Warum dürfen Sie den Rosa Strand auf Budelli nicht betreten?

Budelli war lange in Privatbesitz und ging im Mai 2016 in den Besitz des Nationalparks über. Die Insel ist nicht zu betreten und steht unter strengem Landschafts- und Umweltschutz. Nur ein Wärter wohnt dort. Man sieht sie aus der Ferne bei geführten Bootsfahrten mit Parkführern, der Zugang ist kostenfrei. Es ist verboten, in der Nähe zu ankern, zu schwimmen oder auf dem Strand zu gehen. Boote dürfen die Felsinseln Cavalieri nicht eng passieren und halten in dafür vorgesehenen Zonen Abstand.

Der Rosa Strand liegt in der Bucht Cala Roto. Seine Farbe stammt von zerbrochenen Schalen der Kleinstlebewesen Miniacina miniacea, die in Seegraswiesen aus Posidonia leben und von Strömungen angespült werden. 1964 drehte Michelangelo Antonioni hier für den Film „Deserto Rosso“ eine Märchenszene. Nordöstlich liegt der Strand Spiaggia del Cavaliere, hinter dem ein Teich mit Reihern, Silberreihern, Blässhühnern und Stockenten liegt. Zwischen Budelli und Spargi liegt der Tauchplatz Secca di Washington. Budelli gehört zum wildesten Teil des Archipels, neben Razzoli, Santa Maria und Spargi. Mehr zum Schutz der Meere steht auf der Seite Meeresschutz im Mittelmeer.

Was bietet die Natur an Land und zu Wasser?

Das Kap Capo Ferro ist eine wilde, felsige Landzunge. Der Teich Padula Saloni bei La Sciumara eignet sich zur Vogelbeobachtung: Dort leben Purpurreiher, Stelzenläufer und Rohrweihe. Die Inseln vor der Küste, Soffi, Camere und Mortorio, gehören zum Nationalpark. Ein Ausflug führt außerdem zum Meeresschutzgebiet bei der Insel Tavolara.

Wegen des beständigen Windes eignet sich die Küste für Segeln, Windsurfen und Bootsfahrten, hinzu kommen Reiten, Wandern, Golf und Tennis. Mehr zu Törns steht auf der Seite Segeln im Mittelmeer. Tempio Pausania ist für Kork bekannt, und in der Gegend wird Vermentino di Gallura erzeugt.

Wie kommen Sie zur Costa Smeralda?

Von Olbia führt die Staatsstraße SS125 Orientale Sarda nach Arzachena. Am Kreisverkehr nehmen Sie die vierte Ausfahrt und biegen am Abzweig mit der Beschilderung Arzachena, Palau und Porto Cervo leicht rechts ab. Von Palau erreichen Sie La Maddalena mit der Fähre. Ein Mietwagen ist für Strände und archäologische Stätten im Hinterland am bequemsten, in der Hochsaison sind Straßen und Parkplätze voll.

Wo liegt die Costa Smeralda?

Sie liegt im Nordosten Sardiniens in Gallura und gehört zur Gemeinde Arzachena, die 25 Kilometer von Olbia entfernt ist. Hauptort ist Porto Cervo.

Darf man den Rosa Strand auf Budelli betreten?

Nein. Betreten, Schwimmen und Ankern sind verboten. Sie sehen ihn aus der Ferne bei geführten Bootsfahrten mit Parkführern.

Wie groß ist der Nationalpark La Maddalena?

Er umfasst 5.100 Hektar Land und 15.046 Hektar Meer, insgesamt 20.146 Hektar, und mehr als 60 Inseln und Felsen.

Wann findet der Markt in San Pantaleo statt?

Vom 1. Mai bis 15. Oktober donnerstagvormittags.

Tipp · Buchen Sie eine Bootstour mit Parkführer ab Palau oder Baja Sardinia: Nur so sehen Sie den Rosa Strand aus der Nähe, ohne gegen die Schutzregeln zu verstoßen.