Das Ionische Meer ist das große, tiefblaue Becken im Herzen des Mittelmeers. Es trennt den Stiefel Italiens von Griechenland und verbindet über die Straße von Otranto die Adria mit dem offenen Mittelmeer. Wer an seinen Ufern Urlaub macht, erlebt zwei sehr verschiedene Welten: die grünen, üppigen Ionischen Inseln auf griechischer Seite und die sonnenverbrannten, ursprünglichen Küsten Süditaliens.
Warum ist das Ionische Meer so tief und klar?
Im Calypsotief südwestlich von Griechenland erreicht das Ionische Meer über 5.100 Meter – die größte Tiefe des gesamten Mittelmeers. Weil das Becken so tief ist und kaum große, schlammführende Flüsse einmünden, gilt das Wasser als außergewöhnlich klar und intensiv blau. Diese Klarheit macht die Region zu einem beliebten Ziel zum Schnorcheln und Tauchen. Die Küsten sind teils felsig, teils von langen Sandstränden gesäumt, vor allem in Apulien und Kalabrien.
Welche Inseln gehören dazu?
Welche Küsten sind schön?
Wann ist die beste Reisezeit?
Was bietet Korfu?
Welche Golfe gehören dazu?
Welche Inseln liegen im Ionischen Meer?
Die Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands sind grüner und regenreicher als die Ägäis-Inseln. Die bekannteste ist Korfu mit ihrer venezianisch geprägten Altstadt, gefolgt von Kefalonia mit dem berühmten Myrtos-Strand, dem ruhigen Lefkada, dem mondänen Zakynthos mit der Schiffswrackbucht und dem winzigen Ithaka, der sagenhaften Heimat des Odysseus. Anders als in der Ägäis sind die Distanzen hier kurz, was Inselhopping erleichtert. Auf italienischer Seite liegen keine großen Inseln, dafür grenzt das Meer an die Ostküste Siziliens mit Syrakus und Taormina.
Welche Küsten am Ionischen Meer lohnen sich?
Auf italienischer Seite zieht sich das Ionische Meer an der Sohle und dem Absatz des Stiefels entlang: die Küste Apuliens rund um den Golf von Tarent und die kalabrische Ionische Küste mit langen, wenig überlaufenen Sandstränden. Diese Region ist authentischer und günstiger als die berühmten Küsten weiter nördlich. In Griechenland locken neben den Inseln auch Festlandsorte wie Parga mit ihren pastellfarbenen Häusern. Mehr italienisches Küstenflair finden Sie auf unserer Seite zu Italien.
Wann ist die beste Reisezeit fürs Ionische Meer?
Von Mai bis Oktober. Weil die Ionischen Inseln grüner sind, fällt im Frühjahr etwas mehr Regen, dafür sind sie im Frühsommer besonders blühend. Das Wasser erreicht im Hochsommer 25 bis 26 Grad und bleibt bis in den Oktober badetauglich. Juli und August sind auf Korfu und Zakynthos gut besucht, im Juni und September ist es ruhiger. Einen vollständigen Monatsvergleich gibt unsere Reisezeit-Übersicht.
Was macht das Ionische Meer besonders?
Das Ionische Meer verbindet italienische und griechische Lebensart. Auf beiden Seiten spielt die Antike eine große Rolle – von den griechischen Kolonien in Süditalien bis zu den homerischen Sagen der Ionischen Inseln. Die Küche ist mediterran und bodenständig, mit viel Fisch, Olivenöl und regionalem Wein. Wer mehrere Ufer verbinden möchte, kann das Ionische Meer gut in eine Rundreise oder eine Kreuzfahrt einbauen, die von der Adria nach Griechenland führt.
Was bietet Korfu als bekannteste Ionische Insel?
Korfu ist die nördlichste der großen Ionischen Inseln und trägt wegen ihrer üppigen Vegetation aus Olivenhainen, Zypressen und Macchia den Beinamen „grüne Insel“. Die Inselhauptstadt Korfu-Stadt (Kerkyra) ist seit 2007 UNESCO-Welterbe: Die Altstadt zwischen der Alten und der Neuen Festung zeigt venezianische, französische und britische Spuren, mit der weiten Esplanade, den Arkaden des Liston und der Kirche des Inselheiligen Spyridon. Südlich der Stadt liegt die kleine „Mäuseinsel“ Pontikonisi mit ihrem Kloster, ein klassisches Fotomotiv. Weitere Ausflugsziele sind das Achilleion, der Ende des 19. Jahrhunderts für Kaiserin Elisabeth von Österreich errichtete Palast, die byzantinische Burgruine Angelokastro bei Paleokastritsa und der Pantokrator, mit 906 Metern der höchste Berg der Insel. Beliebte Ferienorte sind Sidari, Acharavi und Kassiopi im Norden sowie Gouvia mit seiner Marina. Die Nordostküste liegt nur wenige Kilometer vor Albanien. Korfu wird in der Saison direkt aus Deutschland angeflogen und ist per Fähre mit Igoumenitsa auf dem Festland sowie mit Italien verbunden. Mehr zu den griechischen Zielen steht auf unserer Seite zu Griechenland.
Welche Golfe gehören zum Ionischen Meer?
An beiden Ufern greift das Ionische Meer tief ins Land. Drei Golfe sind besonders bedeutend:
- Golf von Korinth – der rund 130 Kilometer lange Meeresarm zwischen dem griechischen Festland und der Peloponnes, bis zu 935 Meter tief. Er ist ein aktiver Grabenbruch, der sich um etwa einen Zentimeter pro Jahr weitet, weshalb Erdbeben hier nicht selten sind. Im Osten trennt ihn nur der Isthmus vom Saronischen Golf der Ägäis; der rund 6,4 Kilometer lange Kanal von Korinth, gebaut von 1881 bis 1893, verbindet beide Meere. An der engsten Stelle im Westen überspannt seit 2004 die knapp drei Kilometer lange Rio-Andirrio-Brücke den Golf. Am Nordufer liegen Nafpaktos, das historische Lepanto, und Itea, der Hafen für Delphi.
- Golf von Patras – die westliche Fortsetzung zwischen der Meerenge von Rio und der Linie von der Insel Oxia zum Kap Araxos, rund 45 Kilometer lang und bis zu 20 Kilometer breit. Patras ist der große Hafen der Westpeloponnes mit Fähren nach Italien, etwa nach Ancona, und nach Kefalonia. Am Nordufer liegt Messolongi mit seiner unter Naturschutz stehenden Lagune, Symbolort des griechischen Unabhängigkeitskampfs, in dem 1824 auch Lord Byron starb. Vor dem Eingang des Golfs fand 1571 die Seeschlacht von Lepanto statt.
- Golf von Tarent – die größte Bucht Italiens, rund 140 Kilometer lang und breit, zwischen Santa Maria di Leuca in Apulien und dem Capo Colonna in Kalabrien, also zwischen Absatz und Spitze des Stiefels; auch die Basilikata hat hier ihre kurze Küste. Taranto ist Stützpunkt der italienischen Marine und besitzt mit dem Nationalmuseum MArTA eine der wichtigsten Sammlungen zu Großgriechenland. Weitere Orte sind Gallipoli, Metaponto, Sibari und Crotone, viele davon antike griechische Kolonien. Lange Sandstrände und klares Wasser machen den Golf zu einem ruhigen Bade-, Tauch- und Segelrevier.
Golf von Patras und Golf von Korinth bilden zusammen eine Abkürzung zwischen Ionischem Meer und Ägäis. Der Kanal ist allerdings so schmal, dass ihn nur kleinere Schiffe passieren können, und war nach Hangrutschen wiederholt gesperrt. Große Schiffe umrunden die Peloponnes – etwa auf einer Kreuzfahrt im östlichen Mittelmeer.
Wie tief ist das Ionische Meer?
Im Calypsotief über 5.100 Meter – das ist die größte Meerestiefe des gesamten Mittelmeers.
Sind die Ionischen Inseln grüner als die Ägäis?
Ja. Durch höhere Niederschläge sind Korfu, Kefalonia und Co. deutlich üppiger bewachsen als die kargen Kykladen.
Welche Insel eignet sich für Familien?
Korfu und Kefalonia bieten flache Strände und gute Infrastruktur und sind daher besonders familienfreundlich.
Gehört der Golf von Korinth zum Ionischen Meer?
Ja, er ist über den Golf von Patras mit dem Ionischen Meer verbunden. Erst der Kanal von Korinth schafft im Osten die Verbindung zur Ägäis.
