Ob antike Metropole, Hafenstadt mit Fischmarkt oder Altstadt hinter mittelalterlichen Mauern: Die Küstenstädte rund ums Mittelmeer sind seit Jahrtausenden Knotenpunkte von Handel, Religion und Kultur. Griechen, Phönizier, Römer, Araber, Venezianer und Osmanen haben hier Spuren hinterlassen, oft übereinander in derselben Stadt. Dieser Überblick ordnet die wichtigsten Städte nach Regionen, zeigt, welche sich als Städtereise und welche eher für einen Landgang eignen, und verweist auf unsere ausführlichen Stadtporträts. Wer die Küsten selbst kennenlernen möchte, findet sie auf unserer Seite Meere und Küsten des Mittelmeers.
| Regionen | Westliches Mittelmeer, zentrales Mittelmeer und Adria, östliches Mittelmeer mit Ägäis und Levante, Nordafrika |
|---|---|
| Stadtporträts | Antalya, Athen, Barcelona, Izmir, Marseille, Neapel, Rom, Thessaloniki, Tunis, Valencia |
| Anreise ab Deutschland | Flugzeit ca. 2 Stunden (Westen) bis ca. 3,5 Stunden (Levante) |
| Beste Reisezeit | April bis Juni und September bis Oktober; Winter mild für Museen und Altstädte |
| Zeitbedarf | Großstädte 3 bis 4 Tage, kleinere Hafenstädte 1 bis 2 Tage |
| Große Kreuzfahrthäfen | u. a. Barcelona, Civitavecchia (Rom), Neapel, Marseille, Piräus (Athen), Valencia |
Städte im westlichen Mittelmeer
Städte im zentralen Mittelmeer
Städte an der Adria
Städte im östlichen Mittelmeer
Städte an der Südküste
Welche Stadt passt zu wem?
Städtereise oder Landgang?
Wann reist man am besten?
Lissabon und Porto am Mittelmeer?
Welche Städte im westlichen Mittelmeer lohnen sich?
Im Westen dominieren die großen Metropolen Spaniens und Südfrankreichs: Barcelona, Valencia und Marseille verbinden Kultur, Stadtstrand und Hafenatmosphäre und sind ab Deutschland in rund zwei Flugstunden erreichbar.
- Barcelona – die katalanische Hauptstadt mit Gaudís Bauwerken, dem Gotischen Viertel, Stadtstränden und einem der größten Kreuzfahrthäfen Europas. Ideal für alle, die Architektur, Nachtleben und Meer kombinieren möchten.
- Valencia – Spaniens drittgrößte Stadt, Heimat der Paella, mit futuristischer Stadt der Künste und Wissenschaften, grünem Flussbett-Park und langen Sandstränden. Entspannter als Barcelona.
- Marseille – um 600 v. Chr. von Griechen als Massalia gegründet und damit eine der ältesten Städte Frankreichs. Alter Hafen, Fischmarkt, Bouillabaisse und die Felsbuchten der Calanques direkt vor der Stadt.
Weitere Städte im Westen stellen unsere Regionalseiten vor: Nizza und Cannes an der Côte d’Azur, der Stadtstaat Monaco, Genua am Ligurischen Meer, Palma auf den Balearen sowie Málaga an der Costa del Sol. Andalusien mit Málaga, Almería und dem Hinterland um Granada und Sevilla beschreibt ausführlich unser Schwesterportal andalusien.info.
Welche Städte prägen das zentrale Mittelmeer?
Im Zentrum des Mittelmeers liegen Italiens große Kulturstädte und die Inselhauptstädte Siziliens, Sardiniens und Maltas – hier ist die Dichte an Welterbestätten besonders hoch.
- Rom – die Ewige Stadt mit Kolosseum, Forum, Vatikan und Barockplätzen. Rom liegt nicht direkt am Meer; Kreuzfahrtschiffe legen im Hafen Civitavecchia an, rund 80 Kilometer nordwestlich.
- Neapel – laut, lebendig und voller Kunst, mit UNESCO-geschützter Altstadt, echter Pizza napoletana und dem Vesuv vor der Tür. Ausgangspunkt für Pompeji, Capri und die Amalfiküste.
Palermo, die Hauptstadt Siziliens, beeindruckt mit arabisch-normannischen Kirchen und Straßenmärkten; Catania und Syrakus liegen an der Ostküste der Insel. Valletta, die kleine Festungshauptstadt Maltas, steht als Ganzes auf der Welterbeliste. Cagliari auf Sardinien und Ajaccio auf Korsika sind entspannte Inselhauptstädte mit Stränden in Stadtnähe. Einen Überblick über Italiens Küstenorte gibt unsere Seite zu Italien.
Welche Städte an der Adria sind einen Besuch wert?
An der Adria reihen sich venezianisch geprägte Hafenstädte mit Altstädten aus hellem Kalkstein – besonders an der kroatischen und montenegrinischen Küste.
Dubrovnik mit seiner vollständig erhaltenen Stadtmauer und Split, dessen Altstadt zur Hälfte im Palast des römischen Kaisers Diokletian liegt, stehen beide seit 1979 auf der UNESCO-Welterbeliste; mehr dazu auf unserer Seite zu Kroatien. In Montenegro liegt Kotor am Ende einer fjordartigen Bucht, in Slowenien das venezianische Piran. Auf der italienischen Seite sind Venedig, Triest und Bari bekannte Häfen. Alle Küsten der Region stellt unsere Seite zur Adria vor, Schiffsrouten die Adria-Kreuzfahrt.
Welche Städte im östlichen Mittelmeer sollte man kennen?
Im Osten trifft Antike auf Orient: Griechenlands Hauptstadt, die großen Hafenstädte der türkischen Ägäis und der türkischen Südküste sowie die Städte der Levante.
- Athen – die Wiege der Demokratie mit Akropolis, Plaka und lebendiger Café-Kultur. Der Hafen Piräus ist Ausgangspunkt für Fähren auf die Ägäis-Inseln.
- Thessaloniki – Griechenlands zweitgrößte Stadt am Thermaischen Golf, mit Weißem Turm, byzantinischen Kirchen und einer der besten Gastroszenen des Landes.
- Izmir – die drittgrößte Stadt der Türkei, weltoffen und modern, mit Uferpromenade, Basarviertel und dem antiken Ephesos in Reichweite.
- Antalya – Tor zur Türkischen Riviera, mit der Altstadt Kaleiçi, römischem Hafen und Hadrianstor. Für Strandhotels und Umgebung siehe die Türkische Riviera.
Heraklion auf Kreta, Limassol und Larnaka auf Zypern, Tel Aviv-Jaffa und Haifa in Israel sowie Beirut im Libanon ergänzen die Region. Für Israel und den Libanon gilt besonders: Vor jeder Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts prüfen. Gaza-Stadt im Gazastreifen, einst eine bedeutende antike Hafenstadt, ist derzeit kein Reiseziel. Routen durch die Region zeigt die Seite zum östlichen Mittelmeer.
Welche Städte liegen an der afrikanischen Südküste?
Die Südküste des Mittelmeers ist weniger bekannt, bietet aber mit Tunis und Alexandria zwei der geschichtsträchtigsten Städte des ganzen Raums.
- Tunis – Tunesiens Hauptstadt mit UNESCO-geschützter Medina, dem Bardo-Museum und seinen römischen Mosaiken, den Ruinen von Karthago und dem weiß-blauen Dorf Sidi Bou Saïd.
Alexandria, 331 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründet und in der Antike Sitz des berühmten Leuchtturms und der großen Bibliothek, ist heute die wichtigste Hafenstadt Ägyptens. Wer Ägypten ausführlicher plant, findet Städte, Nilkreuzfahrten und Badeorte auf unserem Schwesterportal aegypten.de. Tanger an der Straße von Gibraltar stellen wir auf der Seite zu Marokko vor. Algier, die weiße Hauptstadt Algeriens, ist touristisch noch wenig erschlossen. Für Libyen mit Tripolis und für Syrien mit Latakia gelten seit Langem strenge Hinweise des Auswärtigen Amts – touristische Städtereisen sind dort derzeit nicht zu empfehlen.
Welche Mittelmeerstadt passt zu welchem Reisetyp?
Für Kultur und Geschichte stehen Rom, Athen und Neapel ganz oben, für Stadt plus Strand Barcelona, Valencia und Antalya. Wer Orient erleben möchte, wählt Tunis oder Izmir.
- Antike und Museen: Rom, Athen, Neapel mit Pompeji, Tunis mit Karthago, Thessaloniki mit seinen byzantinischen Kirchen. Hintergründe bietet unsere Seite zu Antike und UNESCO-Welterbe.
- Stadt und Strand: Barcelona und Valencia mit Stadtstränden, Antalya mit Strandvororten, Marseille mit den Calanques.
- Kulinarik: Neapel für Pizza, Valencia für Paella, Marseille für Bouillabaisse, Thessaloniki und Izmir für Meze und Märkte. Mehr dazu unter Essen und Trinken am Mittelmeer.
- Kurzurlaub mit wenig Aufwand: Barcelona, Rom und Athen haben die meisten Direktflüge ab Deutschland.
- Abseits der Massen: Thessaloniki, Izmir und Tunis sind deutlich weniger überlaufen als die großen Klassiker.
Städtereise oder Kreuzfahrt-Landgang – was ist besser?
Eine Städtereise lohnt für Metropolen wie Rom, Barcelona oder Athen, die man in einem Hafentag kaum erfassen kann. Für kleinere Hafenstädte und als Kennenlernen mehrerer Städte in einer Woche ist eine Kreuzfahrt die bequemere Wahl.
Der Landgang dauert meist acht bis zehn Stunden. Das reicht für ein Kernprogramm – in Barcelona die Sagrada Família und das Gotische Viertel, in Neapel die Altstadt oder Pompeji, in Athen die Akropolis. Wo der Hafen weit vom Zentrum entfernt liegt, etwa bei Rom (Civitavecchia), geht ein Teil der Zeit für die Anfahrt verloren. Bei der Städtereise dagegen erlebt man die Abende, die Märkte am Morgen und die Viertel abseits der Hauptsehenswürdigkeiten. Eine gute Mischung: per Kreuzfahrt mehrere Städte kennenlernen und die Lieblingsstadt später für ein langes Wochenende erneut besuchen. Alle wichtigen Anlaufhäfen vergleicht unsere Seite Häfen am Mittelmeer, Routen von Barcelona über Marseille bis Neapel zeigt die Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer.
Wann ist die beste Reisezeit für Städtereisen am Mittelmeer?
Die besten Monate für Städtereisen sind April bis Juni sowie September und Oktober. Dann sind Temperaturen zum Laufen angenehm, die Tage lang und die Warteschlangen kürzer als im Hochsommer.
Im Juli und August klettern die Temperaturen in Rom, Athen, Neapel oder Tunis häufig über 30 Grad, auf Ausgrabungsstätten ohne Schatten wird es dann anstrengend. Gleichzeitig sind Hotels teurer und Kreuzfahrthäfen voll. Der Winter ist am Mittelmeer mild und eignet sich gut für Museen, Kirchen und Altstädte, allerdings regnet es häufiger, und einige Strandvororte wirken verlassen. Weiter im Süden und Osten – Antalya, Tunis, Zypern – bleibt es bis in den November warm. Eine Übersicht nach Monaten bietet unser Ratgeber zur besten Reisezeit fürs Mittelmeer, Flug- und Hotelangebote lassen sich mit der Suchbox oben vergleichen.
Liegen Lissabon und Porto am Mittelmeer?
Nein. Lissabon und Porto liegen an der Atlantikküste Portugals, außerhalb des Mittelmeers, das im Westen an der Straße von Gibraltar endet. Deshalb haben die beiden Städte bei uns keine eigenen Unterseiten mehr.
Trotzdem werden sie oft im selben Atemzug genannt, weil viele Kreuzfahrten auf dem Weg ins oder aus dem Mittelmeer in Lissabon anlegen. Die Hauptstadt am Tejo ist bekannt für die Altstadt Alfama, den Turm von Belém und das Hieronymus-Kloster; Porto am Douro für seine UNESCO-geschützte Altstadt und die Portweinkeller in Vila Nova de Gaia. Klima und Wassertemperaturen sind dort atlantisch geprägt, das Meer ist auch im Sommer spürbar kühler. Wer nach einer Iberien-Kombination sucht, startet am Mittelmeer am besten in Spanien.
Welche ist die größte Stadt am Mittelmeer?
Zu den größten Städten direkt an der Küste zählen Alexandria, Barcelona, Athen mit Piräus und Izmir. Kairo und Istanbul sind größer, liegen aber nicht unmittelbar am offenen Mittelmeer.
Welche Mittelmeerstadt eignet sich für das erste Mal?
Barcelona und Rom sind die einfachsten Einstiege: viele Direktflüge, gute Infrastruktur und ein riesiges Angebot. Wer es ruhiger mag, beginnt mit Valencia.
Kann man mehrere Städte mit der Fähre verbinden?
Ja, etwa Barcelona mit Palma, Genua mit Tunis, Piräus mit den Ägäis-Inseln oder Bari mit Albanien und Griechenland. Einen Überblick gibt unsere Seite zu Fähren im Mittelmeer.
Wie viele Tage braucht man für eine Mittelmeer-Metropole?
Für Rom, Barcelona oder Athen sind drei bis vier Tage gut, für Valencia, Marseille, Thessaloniki oder Tunis zwei bis drei. Mit Ausflügen ins Umland entsprechend mehr.
Welche Städte sind im Winter zu empfehlen?
Rom, Athen, Valencia und Málaga bieten auch im Winter milde Tage und volle Kulturprogramme. Zum Baden ist das Meer dann aber überall zu kühl.
