Valletta wurde nach der Großen Belagerung von 1565 als Festungsstadt gegründet und blieb bis heute ein geschlossenes Ensemble aus Bastionen, Palästen, Kirchen und Theatern. Wer die Stadt besucht, geht über wenige Straßen und kommt an Gebäuden vorbei, die zwischen dem 16. und dem 20. Jahrhundert Geschichte gemacht haben.
Diese Seite führt durch Gründung und Anlage der Stadt, den Großmeisterpalast, die Saluting Battery, Fort St Elmo, die Museen, das Theater, das unterirdische Valletta und die Anreise per Fähre. Eintrittspreise und Öffnungszeiten ändern sich, prüfen Sie sie vor dem Besuch auf den Seiten der Betreiber.
| Name | Valletta, maltesisch Il-Belt |
|---|---|
| Gründung | Grundstein am 28. März 1566 |
| Namensgeber | Großmeister Jean Parisot de La Valette |
| Planer | Francesco Laparelli, danach Gerolamo Cassar |
| Kulturhauptstadt | Europäische Kulturhauptstadt 2018 |
| Fährverbindungen | Sliema und Cospicua (Drei Städte) |
Wie entstand Valletta, und wer hat die Stadt gebaut?
Was zeigt der Großmeisterpalast in Valletta?
Welche Bauten und Plätze prägen das Stadtbild heute?
Wann feuern die Kanonen der Saluting Battery?
Was erfahren Sie in Fort St Elmo und im Kriegsmuseum?
Was bieten das Archäologiemuseum und das Teatru Manoel?
Was verbirgt sich unter den Straßen von Valletta?
Wie kommen Sie nach Valletta, und wie planen Sie den Tag?
Wie entstand Valletta, und wer hat die Stadt gebaut?
Im Sommer 1565 belagerten osmanische Truppen Malta. Als die Belagerung am 8. September 1565 endete, ließ Großmeister Jean Parisot de La Valette eine befestigte Stadt planen, die Malta vor einem weiteren Angriff schützen sollte. Der Orden besaß dafür nicht genug Geld. Der Dominikanerpapst Pius V. schickte 30.000 silberne Florin und seinen Ingenieur Francesco Laparelli, der Assistent Michelangelos war. Am 28. März 1566 wurde der erste Stein gelegt.
Den Baustein brach man größtenteils aus dem Hügel Sciberras, auf dem die Stadt steht. Die Hohlräume dienten später als Keller, Gruben und Brunnen der Häuser, die darüber entstanden. Laparelli starb vor der Fertigstellung, sein Assistent, der Malteser Gerolamo Cassar, führte die Arbeiten weiter.
Die Herbergen, die Auberges, gehörten jeweils einer Sprachgruppe des Ordens. Eine der ersten Kirchen war Our Lady of Victories, die an den Sieg der Ritter in der Großen Belagerung erinnert. Heute stehen in Valletta mehr als 25 Kirchen.
Was zeigt der Großmeisterpalast in Valletta?
Der Großmeisterpalast am St George’s Square war das erste Gebäude, das die Johanniter in der neuen Hauptstadt errichteten, und wurde über die Jahre erweitert. Rund 450 Jahre lang war er ein Machtzentrum. In britischer Zeit residierte hier der Gouverneur, 1921 tagte hier das erste Parlament mit Verfassung, und heute hat der Präsident Maltas hier seinen Sitz. Der Palast ist die meistbesuchte Stätte von Heritage Malta, der staatlichen Denkmalagentur, mit etwa 300.000 Besuchern im Jahr.
Nach der Sanierung sind über 85 Prozent der Grundfläche zugänglich. Zu den Prunkräumen gehören das Arbeits- und Wohnzimmer des Großmeisters, der Pagenraum und der Botschaftersaal. Ein Freskenzyklus von Matteo Perez d’Aleccio schildert die Große Belagerung von 1565 als umfassendste Bilderzählung des Ereignisses, und barocke Deckengemälde aus dem späten 18. Jahrhundert zeigen den Prunk der Großmeister, die europäische Fürstenhöfe nachahmten.
Die Waffenkammer befindet sich wieder in ihrem ursprünglichen Saal, der früher die Parlamentskammer war. Sie zeigt die Rüstungen der Großmeister Alof de Wignacourt und Jean de Valette, osmanische Rüstungen und Waffen sowie Geschütze. Der Eintritt kostet 12 Euro für Erwachsene, 10 Euro für Jugendliche von 12 bis 17 Jahren und Senioren ab 60 Jahren, 8 Euro für Kinder von 6 bis 11 Jahren. Kinder bis 5 Jahre zahlen nichts. An einzelnen Mittwochen, 2026 am 18. November und am 2. Dezember, öffnen die Prunkräume erst um 13.30 Uhr, die Waffenkammer bleibt geöffnet.
Welche Bauten und Plätze prägen das Stadtbild heute?
Die Stadt ist von Befestigungen der Johanniter umgeben und enthält barocke Paläste, Kirchen, Theater und Gärten. Die Konkathedrale St. John ist ein Barockbau mit vielen Stücken, die die Ritter stifteten. Die Hastings Gardens liegen auf der Westseite der Halbinsel Sciberras und überblicken den Marsamxett-Hafen. Von dort sehen Sie auch die Festungen der Cottonera-Städte und den Grand Harbour.
Die Strait Street blieb lange verlassen und gehört heute zu den belebtesten Straßen des Nachtlebens, mit Bars, Restaurants und Weinlokalen. Der Architekt Renzo Piano entwarf das neue Parlamentsgebäude und baute das Royal Opera House um, das im Zweiten Weltkrieg durch eine Bombe zerstört worden war. Er verband die erhaltene Struktur des Theaters mit moderner Gestaltung. Der Upper-Barrakka-Aufzug ist ein zeitgenössischer, experimentell gestalteter Bau. 2018 war Valletta Europäische Kulturhauptstadt.

Wann feuern die Kanonen der Saluting Battery?
Die Saluting Battery liegt unter den Upper Barrakka Gardens, ihr Eingang führt über die Gärten oder von der Battery Street aus. Gebaut wurde sie 1566 vom Orden nach den Plänen von Francesco Laparelli. Auf dem Felsvorsprung stand vor dem Bau eine osmanische Batterie, die mit schweren Bronzegeschützen auf Fort St Angelo zielte. Die italienische Sprachgruppe des Ordens besetzte den Bastionsabschnitt, der deshalb Italian Post hieß. 1824 wurde der obere Teil als öffentlicher Garten eröffnet.
Die Ritter feuerten täglich drei Signalschüsse bei Sonnenaufgang, mittags und bei Sonnenuntergang. Seit den 1820er-Jahren diente der Mittagsschuss den Schiffsführern zum Einstellen ihrer Chronometer. Dieser Zeitdienst lief bis November 1923, dann ersetzte ihn das Telegrafensignal der Sternwarte Greenwich. Im Ersten Weltkrieg schwiegen die Geschütze, um Pulver zu sparen, und feuerten erst wieder am 11. November 1918 um 11 Uhr zum Waffenstillstand. 1954 stellte die Batterie den Dienst ein, 1965 wurden die Teile des Militärs an die Zivilverwaltung übergeben und in einen Garten umgewandelt.
2004 stellte die Stiftung Fondazzjoni Wirt Artna die Anlage mit Unterstützung der Malta Tourism Authority und der Bank of Valletta wieder her, 2011 kamen acht funktionsfähige Nachbauten der 32-Pfünder hinzu. Heute wird täglich um 12 Uhr der Mittagsschuss gefeuert, ein weiteres Schießen findet um 16 Uhr statt. Kaufen Sie die Karte vorab und seien Sie etwa 15 Minuten vor der Vorführung da. Erwachsene zahlen 3 Euro, Kinder 1 Euro. Vor Ort wird nur mit Karte bezahlt.
Was erfahren Sie in Fort St Elmo und im Kriegsmuseum?
Fort St Elmo sitzt an der Spitze der Halbinsel. Eine Wache auf dem Hügel Santo Eramo ist bereits 1417 in der Militärliste erwähnt. Nach einem harten osmanischen Überfall 1551 ordnete Großmeister De Homedes den Bau eines Forts an. 1552 errichtete der Ingenieur Pietro Prato den sternförmigen Bau unter der Aufsicht des Ritters Fra Leone Strozzi. Als Osmanen 1565 Malta belagerten, hielt das Fort einen Monat und fiel am 23. Juni. 1689 wurde es in die Festungswerke Vallettas einbezogen, und die Briten rüsteten es für neue Artillerie um. Am 11. Juni 1940 erlitt es den ersten Luftangriff auf die Inseln.
Im Fort befindet sich das Nationale Kriegsmuseum, das in sieben Abschnitten rund 7.000 Jahre maltesische Militärgeschichte vom Bronzezeitalter bis zum EU-Beitritt zeigt. Der Zweite Weltkrieg ist der am stärksten vertretene Konflikt. Zu den bekannten Stücken zählen der Jagdflieger Gloster Sea Gladiator N5520 „Faith“, der Jeep „Husky“ von Präsident Roosevelt und das George Cross. Auf dem Gelände stehen zwei der heiligen Anna geweihte Kapellen, und von den Mauern sehen Sie beide Häfen.
Das Ticket gilt für Fort und Museum. Erwachsene zahlen 10 Euro, Jugendliche von 12 bis 17 Jahren, Senioren ab 60 Jahren und Studierende 7,50 Euro, Kinder von 6 bis 11 Jahren 5,50 Euro, Kinder bis 5 Jahre nichts. Planen Sie mindestens eineinhalb Stunden ein. Das Gelände ist nur teilweise barrierefrei, denn das Dach des Kavaliers, die Zellen und ein Teil der Abercrombie-Bastionen sind nur über Treppen erreichbar. Die Bushaltestelle liegt etwa zehn Gehminuten entfernt.

Was bieten das Archäologiemuseum und das Teatru Manoel?
Das Nationalmuseum für Archäologie ist in der Auberge de Provence in der Republic Street untergebracht, einem Barockbau aus dem Jahr 1571. Die Sammlung reicht von der Jungsteinzeit (5900 bis 2500 v. Chr.) bis in die frühe phönizische Zeit (8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.). Im Erdgeschoss liegen Werkzeuge, Gefäße und Figuren der Jungsteinzeit, im Obergeschoss Schädel aus dem Hypogäum von Ħal Saflieni sowie Funde der Bronzezeit und der Phönizier. Zu den Hauptstücken zählen die Schlafende Dame, die Venus von Malta, eine Kolossalstatue aus Tarxien, ein Sarkophag und der Cippus, der zur Entzifferung der phönizischen Schrift beitrug. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder von 6 bis 11 Jahren 2,50 Euro. Audioguides gibt es in zehn Sprachen, darunter Deutsch.
Das Teatru Manoel baute Großmeister Antonio Manoel de Vilhena. Er kaufte 1731 zwei Häuser in der Strada del Carmine, der heutigen Old Theatre Street, und ließ das Theater in zehn Monaten für 2.184 Scudi errichten. Am 19. Januar 1732 eröffnete es mit Scipione Maffeis „Merope“. Anfangs hieß es Teatro Pubblico, ab 1800 Real Teatro di Malta, seit 1866 Teatru Manoel. Der heutige ovale Saal ist nicht der ursprüngliche, denn der erste Grundriss war hufeisenförmig, und 1800 wurde der Raum umgebaut. Der Hauptsaal hat 547 Plätze, darunter 51 Einzellogen auf drei Rängen. Das Studio auf der obersten Etage fasst 60 Gäste. Seit 2013 findet im Januar das Valletta International Baroque Festival statt.
Was verbirgt sich unter den Straßen von Valletta?
Unter der Stadt liegen Tunnel, Kanäle, Silos und Zisternen. Die Ritter bauten schräge Leitungen, die die einzelnen Abortgruben mit dem Hauptkanal unter jeder Straße verbanden, und leiteten das Abwasser im Gefälle zum Meer. In den Silos lagerten sie Getreide, in großen Zisternen Wasser für den Fall einer Belagerung. 1723 zählte Valletta etwa 33 öffentliche Wasserspeicher, sechs Zisternen in Fort St Elmo und 1.637 private Brunnen. Als britische Truppen 1799 die Stadt blockierten und die Wasserleitung gekappt wurde, lagen in den Zisternen noch Millionen Gallonen Wasser.
Im Zweiten Weltkrieg warfen Flugzeuge 17.000 Tonnen Bomben auf Malta. Neue Tunnel erweiterten das Netz, und über 38.000 Menschen suchten in Tunneln und Zisternen Schutz. Die Bedingungen waren hart, mit Enge, schlechter Hygiene und wenig Essen. Wer zahlen konnte, bekam einen kleinen gekachelten Verschlag neben den Hauptgängen. Heute führt Heritage Malta Besucher durch einen Teil dieser Anlagen, der Eingang liegt am St John Square. Termine und Preise ändern sich, prüfen Sie sie bei Heritage Malta.

Wie kommen Sie nach Valletta, und wie planen Sie den Tag?
Valletta erreichen Sie per Fähre von Sliema und von Cospicua in den Drei Städten, ohne Zwischenhalt. Mit einer personalisierten tallinja-Karte fahren Sie kostenlos. Fahrgäste aus Cospicua erhalten ein Ticket für den Upper-Barrakka-Aufzug. Ein kostenloser Shuttle verbindet den Marsamxett-Anleger mit Lascaris und ist auf die Fährzeiten abgestimmt. Die Buslinie 133 pendelt als Rundlinie zwischen den Fähranlegern und dem Stadtzentrum. Welche Insel sonst noch lohnt, lesen Sie auf den Seiten Malta und Gozo, mehr zu Überfahrten im Fährüberblick. Zur Einordnung der Stadt gehört auch die Geschichte des Mittelmeers und zur Reiseplanung die beste Reisezeit.
Für einen Tag bietet sich diese Reihenfolge an: am Vormittag der Großmeisterpalast und das Archäologiemuseum, mittags die Saluting Battery, am Nachmittag Fort St Elmo, am Abend die Strait Street. Wer Zeit hat, plant einen zweiten Tag für das Teatru Manoel und das unterirdische Valletta ein. Mehr zu den Zielen rund ums Meer finden Sie im Überblick über die Inseln im Mittelmeer.
Wann wurde Valletta gegründet?
Der Grundstein wurde am 28. März 1566 gelegt, im Jahr nach der Großen Belagerung von 1565. Benannt ist die Stadt nach Großmeister Jean Parisot de La Valette, geplant hat sie Francesco Laparelli.
Wann wird die Kanone der Saluting Battery abgefeuert?
Täglich um 12 Uhr, ein weiteres Schießen findet um 16 Uhr statt. Kommen Sie etwa 15 Minuten vorher und kaufen Sie die Karte vorab.
Was kostet der Eintritt in den Großmeisterpalast?
Erwachsene zahlen 12 Euro, Jugendliche von 12 bis 17 Jahren und Senioren ab 60 Jahren 10 Euro, Kinder von 6 bis 11 Jahren 8 Euro. Kinder bis 5 Jahre zahlen nichts.
Wie kommen Sie mit der Fähre nach Valletta?
Von Sliema und von Cospicua fahren Fähren ohne Zwischenhalt nach Valletta. Mit einer personalisierten tallinja-Karte ist die Überfahrt kostenlos.
